Tims Überraschung 2016 – World of Warcraft: Legion

Es gibt Spiele, die man spielt und danach weg legt und nie wieder anrührt. Und dann gibt es Spiele, die jahrelang die absolute Droge waren. Dieses Spiel hat mich in der Schule sicherlich um 1-2 Noten beraubt, aber es hat mir auch Freunde beschert. Freunde, die ich seit inzwischen über 10 Jahren kenne und wertschätze. Aber auch die Sucht des Spiels hatte irgendwann sein Ende und so kam es, dass ich Mitte 2011 damit aufhörte.

Dennoch gibt es immer wieder Momente, an denen es einen zurück treibt. Es gibt neuen Content, ein neues Addon oder man ist einfach neugierig ob man noch ein paar Leute dort kennt. Wer dieses Spiel selbst auch gespielt hat, wird sich wahrscheinlich direkt wiedererkannt haben. Es handelt sich um World of Warcraft. Ich habe geraidet , High End PvP gemacht. Ich habe so ziemlich alles gemacht, was man machen kann, aber die Änderungen die sich ab Cataclysm in mein geliebtes Spiel geschlichen haben stoßen mir einfach sehr bitter auf. Mit Mists of Pandaria wurde es nur noch schlimmer und Warlords of Draenor habe ich gleich ganz Links liegen lassen. Zum Release von Legion kamen meine Freunde und ich auf die Idee einfach mal eine gute alte LAN zu machen, um gemeinsam den Levelcontent von Warlords of Draenor zu testen.

Das Erlebte war absolut mind blowing. Wir waren alle gleicher Meinung: Warlords of Draenor ist MIT ABSTAND…. Das Grottigste, was wir je erlebt hatten. Der Questcontent hat sich viel zu zäh dahingezogen, die Dungeons waren zu kurz und lange Zeit eh gelockt, weil man ein bestimmtes Itemlevel benötigte, welches man oft erst 2-3 Level später erreichte. Die Garnision, das große Superfeature, löste in uns nur Schreikrämpfe aus. Wir wollen spielen und nicht Handygame-Style darauf warten, dass irgendwelche Pixel mit imaginären Missionen fertig sind,damit wir unsere goldenen Kekse bekommen!

Die Hoffnung war dahin. Mein geliebtes WoW ist endgültig tot. Blizzard hat die Sicht für das Große und Ganze verloren. Aber etwas fand ich dann schon komisch. Im Chat kamen alte Freunde zu mir und meinten, dass das neuste Addon Legion ziemlich gut sein soll. “Aber das ist doch sicher nur gelaber”, dachte ich mir. Warlords of Draenor wurde Anfangs auch gefeiert, bis der ganze Rest gemerkt hat: Es ist nur ein One-Trick Pony. Eine Freundin von mir schenkte mir das Addon, weil sie SO überzeugt war. Jetzt hatte ich es also. Dann muss ich es auch ausprobieren.

Endlich wieder auf der Suche nach Geheimnissen!

Oh Boy, Blizzard!

Ich hab keine Ahnung, was Ihr euch bei Warlords of Draenor gedacht habt. Aber Ihr habt es geschafft. Legion hat mich wieder gepackt. Zum Ersten mal seit über 6 Jahren war ich wieder gefesselt vom Spiel, von der Lore – All diesen Sachen, die man finden kann. Dieses Questerlebnis, die versteckten Truhen und später erfuhr ich auch noch von ganzen Game Features, die nie irgendwo erwähnt wurden. Jemand hat sie durch Zufall entdeckt und durch Mundpropaganda weitergegeben.

Sicherlich hat meine Herangehensweise auch etwas mit meiner Überraschung zu tun. Warlords of Draenor hat den Standard für mich dermaßen herabgesetzt, dass es für Legion leichter war mich zu überraschen. Auch habe ich mich nicht groß über Features und Items informiert. MMO-Champion war keine Seite, die ich regelmäßig besucht habe und ich entschied mich, mehr oder weniger blind in das Spiel einzutauchen.

Aber selbst wenn man davon absieht, so ist die Inszenierung der Kampagne, die Art wie man questet und bestimmte Features wie z.B. das Levelscaling, durch das man mit Freunden spielen kann, selbst wenn sie nicht das gleiche Level haben, einfach nur genial.

Alles in allem habe ich in diesem Jahr zwei große Lehren gezogen, die Martin in seiner Kolumne auch schon erkannt hat:

1. Wer weniger/nichts erwartet, wird weniger enttäuscht.

2. Wer weniger/nichts erwartet, kann viel besser überrascht werden.

Manchmal ist es vielleicht besser, sich nicht so gut über alles zu informieren. Besonders in einem Zeitalter, in dem jeder Patch, jedes versteckte Feature schon Wochen vor Release datamined und analysiert wurde. Haltet euch einfach ein bisschen zurück, lasst euch überraschen und habt noch ein frohes Fest!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.