Timo: Meine Überraschung 2016

Ich musste wirklich lange überlegen, um mich letzten Endes für meine Überraschung der Spielebranche des vergangenen Jahres zu entscheiden. Ihr werdet erstaunt sein. Und hoffentlich wird dieses leider viel zu unterbewertete Spiel auf diese Weise vielleicht etwas mehr Ruhm ernten.

Ich rede vom Survival-Simulator „The Forest“. Das Spiel wurde von Endnight Games zwar schon in seiner Alpha-Fassung 2014 auf die Spielerschaft losgelassen; doch vollends überrascht hat es mich erst dieses Jahr. Nicht dass ich es davor nicht gespielt hätte; viel mehr wurde erst vor wenigen Monaten frisch das langersehnte Ende der Hauptgeschichte rund um den Flugzeugabsturz und entführten Kindern auf der von Kannibalen übersehten Insel nachgeliefert. Und glaubt mir, den Spielern hungerte es nicht nur nach Beeren, an Lagerfeuer gebratenem Fleisch und mehr…

Ohne zuviel vorweg nehmen zu wollen: Meines Erachtens nach ist The Forest eine Perle in dem unliebsamen Meer von unvollständigen Einträgen in der Steam Early-Access-Datenbank. Das Spiel ist nicht etwa weniger buggy als so manch anderer Vertreter der Sparte, doch die Spielwelt ist dermaßen atmosphärisch und vor allem mit Abstand realistischer als bei all den anderen Survival-Spielen. Wälder abzuholen war selten spaßiger und visuell anmutiger.

Wenn unsere Axt eine echte Kerbe ins Holz schlägt, werden sich um uns herum eine wilde Flora und Fauna austobt (mitsamt Vögeln, Eichhörnchen, Echsen und mehr!), geht das Sandbox-Herz auf. Kooperativ die Insel nach weiteren Überlebenden zu durchsuchen und dabei ein unfassbar komplexes und tiefes Höhlensystem zu entdecken ist ohne Frage eines der Highlights des Spiels. Die Handlung lässt sich gut herunterbrechen, hierfür bediene ich mich dreist des spoilerfreien Wikipediaeintrags:

Viel mehr gibt es nicht zu erzählen – will man doch meinen? Doch weit gefehlt; denn das Ende das neulich erst kostenlos als großes Update nachgeliefert wurde hat es wirklich in sich. Daran können sich (so unsere gemeinsame Meinung) so manche AAA-Titel zukünftig gerne orientieren. Auch der gegebene Szeneriewechsel haut einen nach 200 Stunden in Wald und Höhlen wahrlich aus den Latschen.

Summa sumarum kann ich The Forest uneingeschränkt empfehlen. Nicht nur wegen der realistischen Spielwelt, der unmengen an verborgenen Geheimnissen, der atmosphärischen Höhlensysteme und der womöglich gruseligsten und intelligentesten Kannibalen der Spielgeschichte – nein; es fesselt einen einfach.

Man setzt sich Ziele… will überleben… doch letzten Endes zählt eines besonders: Wo ist der zu Beginn entführte Timmy? Nichts ist, wie es scheint – soviel sei gesagt.


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