Test: Teufel Concept C

Gerade bei den atmosphärischeren Spieletiteln wie beispielsweise Alien Isolation oder der Kampagne von Titanfall 2 ist der Klang ein nicht zu unterschätzender Pfeiler. Wie in der virtuellen Realität ist auch bei „normalem“ Gaming die Tonqualität und Tiefe teilweise doch sehr maßgeblich für die Immersion. Der deutsche Audio-Veteran Teufel hat mit dem Concept C die beste Lösung für euren Schreibtisch – obgleich sich im nachfolgenden Test heraus stellt dass man beinahe mit einem Raketenwerfer auf Tauben schießt. Was nichts schlechtes sein muss.

Kraftvolle Dreieinigkeit

Das Concept C kommt als mächtiges 2.1 HiFi Gespann daher: Neben den 2-Wege Sateliten und einem coolen „Puck“ zur Lautstärke- sowie Quellenregelung ist ein 210W Downfire-Subwoofer Teil des Sets. Die kleinen Stereo-Boxen werden per massivem Kupferkabel (genauer gesagt das hochwertige C1015S-Kabel aus dem eigenen Hause) direkt an den Subwoofer angebunden. Dieser bringt die Anschlussfläche, sowie die integrierte 2.1 USB-Soundkarte mit. Letztere arbeitet mit einem Cirrus Logic Chip – in Berlin will man nichts dem Zufall überlassen.

Das Design ist bei Teufel neben dem A das klare O

Der Subwoofer ist schon beim Auspacken nicht nur der Blickfang schlechthin: Mit seinen satten 12 Kilogramm sorgt er für mürrische Gesichter beim DHL-Lieferanten und begeistertes Lächeln beim Anwender. Allein das Gewicht schreit förmlich nach Kraft und Lautstärke. Mit seinen (aufgerundet) 35cm³ will das Monstrum erst einmal passend platziert werden – eher eine Frage der Ästhetik. Bei uns ist unter dem Schreibtisch wunderbar Raum für voluminöse Klangqualität, daher stellte die Größe kein Problem dar.

Die beiden Satelliten können wie gewohnt links und rechts neben dem Monitor aufgestellt werden;  aber auch ein Aufhängen oder die Nutzung von Gestellen ist dank integrierter Schlüssellochhalterungen eine Möglichkeit. Sie werden wie schon erwähnt mit dem mitgelieferten Kupferkabel am Subwoofer angeschlossen; dieses muss je nach Bedarf auf die gewünschte Länge geschnitten werden. Ein Paar Abisolierungen später kommen die Enden einfach in die jeweiligen Klemmen und das wars. Die Stereo-Boxen machen mit ihrer modernen Bauweise obendrein ordentlich etwas her.

Mein persönliches Highlight in puncto Lieferumfang ist ganz klar der Puck: Die Bedienung von Soundsystemen war für mich stets ein Manko und in der Vergangenheit meist einer der größten Kritikpunkte meiner Wenigkeit. Der Puck des Concept Cs ist schlicht und ergreifend genau das, wonach der Name klingt – ein rundes, flaches Modul dessen Drehung uns die Lautstärke und ein Druck die Tonquellen regeln lässt. In mattem Schwarz mit rotem Teufel-„t“ oben drauf, macht der Puck einiges her; insbesondere wenn bei der Drehung die Seiten rot aufleuchten. Dank der Bluetooth-Konnektivität zum Subwoofer lässt er sich frei auf dem Schreibtisch platzieren oder sogar im Raum mit sich herumtragen. Ganz besonders cool: Ähnlich dem Unified USB-Stecker von Logitech ist der Puck mit einer Reihe von Teufel-Produkten kompatibel. Einer für alle und alle für einen.

Qualität nicht nur in der Verarbeitung

Die Installation ist nach dem Aufbau des Sets erdenklich einfach: Ab Windows 8 wird die USB-Soundkarte über das mitgelieferte USB-Kabel spielend leicht erkannt und schnell automatisch installiert. Über die Auswahlliste der Wiedergabegeräte lässt sich das Concept C nun anwählen und voll umfänglich nutzen. Der verbaute Bluetooth 4.0 Standard sorgt für problemlose Wiedergabe eurer Musikstücke vom Smartphone aus – auch wenn ihr nicht unbedingt im selben Raum seid. Die Verbindung gestaltet sich hier erfahrungsgemäß bis zu drei Räumlichkeiten weiter noch unterbrechungsfrei.

Wer nicht auf Bluetooth zurückgreifen will, oder einen USB-Anschluss zur Hand hat, kann die Tonquelle auch per 3,5mm Klinke anbinden. Des Weiteren bietet der Subwoofer einen Mikrofon-Eingang, sowie dedizierten Kopfhöreranschluss. Dieser gibt euch per Druck auf den Puck die Möglichkeit zwischen dem Concept C und den Kopfhörern eurer Wahl (wir empfehlen aktuell das Real Z) hin und her zu wechseln, additional auch die Lautstärke zu regulieren. Wirklich vorbildlich.

Der Puck ist eines der Highlights der Sets, obgleich da mehr möglich wäre

Auch die Tonqualität ist – wie vom Berliner Audiohersteller gewohnt – mehr als nur vorbildlich. Die Satelliten leisten mit ihrer 2 Wege Kombination aus 80mm Mittel- und 19mm Hochtöner einiges. Klare Dynamik und hochauflösende Sounds gehören hier zur Tagesordnung: In Kombination mit dem 200mm Subwoofer, welcher durch seine Bauweise direkt nach unten gerichtet ist bekommen wir einen Tonumfang wie selten bei gleichwertigen 2.1 Systemen. Die Füße des Subwoofers sorgen für eine saubere Resonanzabsorption und abseits der Gläser im Weinregal wackelt und knackt da nichts.

Am meisten begeistert mich, wie klar und sauber das Concept C das Lautstärkespektrum verarbeitet. Durch die Performance des Subwoofers bläst einen der Sound zwar wortwörtlich vom Stuhl; doch Abstufungen in leisere Gefilde kann das Set so unglaublich gut verarbeiten. Somit muss ich abends nicht zwingend auf Kopfhörer umsteigen, um die hiesigen Nachbarn zu schonen: Runter regulieren reicht, denn dank der kristallklaren Übersetzung gehen keine akustischen Details verloren und auch die Tiefe geht nicht verloren. Im Gegenteil: Der Bass vibriert stehts sanft mit – wie eine Raubkatze, die begierig darauf wartet, am Tag wieder aus dem Käfig gelassen zu werden.

Sooo gut, aber nicht perfekt. Warum?

Was mich beim Test wirklich gestört hatte, ist so ein nichtiger Punkt – der dennoch berücksichtigt werden muss: Sämtliche Anschlüsse und Schalter sind hinten am Subwoofer verbaut. Lautsprecher Teufel kann beileibe nichts für meine persönliche Präferenz in Sachen Platzierung von Einrichtungsgegenständen. Aber alles liegt hinten auf der Rückseite des größten Bestandteils des Concept C: Der Ein-Aus-Schalter, der Kopfhörer-Ausgang; ja sogar die Bass-Regulierung.

Gerade die letzten zwei Elemente hätten sich an der Seite des Pucks wirklich gut gemacht. Stellt euch folgende Situation vor: Ihr nehmt den Puck mit zum Sofa und entscheidet euch am Abend Kopfhörer aufzusetzen. Eine Lösung ähnlich den PS4-Controllern von Sony wäre wirklich ein Game-Changer gewesen: Plugin und „kabellos“ Musik genießen und per Puck regulieren. Regulierung ist generell abseits von Lautstärke etwas fummelig: Der Bass-Knauf ist eingelassen. Vergleichbar mit hiesigen, kleinen Resetknöpfen an Routern & Co ist die Regulierung schwer ohne Werkzeug zu erreichen. Schade.

Klar: Viele Einstellungen lassen sich Software-seitig mit dem Standard-Treiber über Windows und Mac OSx bedienen; eine komfortablere Lösung wäre hier tatsächlich eine neue Puck-Revision. Bitte noch mit einem 3,5mm Klinken-Ausgang für Kopfhörer – dank Bluetooth 4.0 sollte das sicher möglich sein. Nitpicking auf hohem Niveau; in meinen Augen eine verschenkte Chance, die das Concept C auch abseits der ansonsten bahnbrechenden Qualität von der Konkurrenz abgehoben hätte.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist das Concept C ein mächtiges Gespann für euren Schreibtisch, ggf an der Konsole: Der Subwoofer pustet euch vom Stuhl und ist auch im niedrigen Lautstärkesegment mehr als nur überzeugend. Die beiden Satelliten machen ordentlich was her; generell hat der Berliner Hersteller mal wieder sein Auge für Ästhetik bewiesen. Die Bedienung per Puck ist zwar sehr gut, leider bleibt hier aber verschenkter Chancen ein fader Beigeschmack auf der Zunge.

Für den Preis kann man meines Erachtens nach wenig bis beinahe keine 2.1 Audio-Lösungen finden, die mit solch kräftiger Klangkulisse aufwarten kann. Der Aufbau ist simpel und integrierte Helfer wie eine Cirrus Logic USB-Karte und Bluetooth 4.0 Schnittstelle runden das Gesamtbild mehr als nur solide ab. Und wie immer gilt bei Teufel: Mit einem ordentlichen Rückgaberecht von 8 Wochen kommt der deutsche Hersteller einem gut bei der Entscheidung entgegen.

 

Teufel Concept C

299,99 €
Teufel Concept C
91.333333333333

Technik

10/10

    Verarbeitung

    9/10

      Umfang

      9/10

        Positiv

        • Unglaublich klare Dynamik
        • Saubere und doch kraftvolle Tiefen
        • ...die bei geringer Lautstärke nicht unter gehen
        • Puck-Fernbedienung
        • Tolles, modernes und zugleich schlichtes Premium-Design

        Negativ

        • Alle Bedienelemente...
        • ...und Anschlüsse hinten verbaut
        • Puck birgt verschenktes Potential

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