Test: Teufel Cinebar One (+)

Als audiophiler Spieler hat man es heutzutage nicht gerade leicht: Die Auswahl an entsprechender Akustikhardware ist derart groß, dass man schnell den Überblick verliert. Eine Soundbar, 2.1-, 5.1-, virtual Surround, oder sollen es vielleicht gleich richtig hochwertige Nahfeld-Monitore?

In letzter Zeit kam diese Frage im Zuge eines großen Umzugs bei mir immer wieder auf. Der Berliner Audio-Veteran Teufel hat in diesem Zeitraum ein neues Modell auf den Markt gebracht, was dann prompt meine verwöhnte Aufmerksamkeit auf sich zog.

Klein aber oho?

Die Cinebar One wirkt auf dem Papier und durch sein Äußeres zu beginn ernüchternd: Eine Soundbar? Geht dann nicht die Klangwirkung und Tiefe flöten? Doch schon beim ersten Anschließen überzeugt die Soundbar durch ihre Flexibilität und überraschend umfangreiche Klang-Dynamik:

Egal ob per Bluetooth, optischem Kabel, USB oder gar 3,5mm Klinke – der Ton der mir beim ersten Anlauf um die Ohren flog, löste prompt ein breites Grinsen aus. Kann das tatsächlich sein? Auch die Bässe passten von Beginn an, obwohl der hauseigene Subwoofer welcher bei der Cinebar One+ Kombo “beiliegt” nicht einmal angeschlossen war.

Doch Moment – ich gehe erst einmal auf die harten Fakten ein: Die Soundbar fällt mit ihren Maßen 35 cm x 11,3 cm x 6,8 cm in der Praxis tatsächlich sehr kompakt aus. Doch hierbei darf man sich in keinster Weise hinsichtlich der Performance des Zwergs täuschen lassen. Gekoppelt mit aptX Bluetooth, und Teufels hauseigener “Dynamore Ultra” Technologie kann sich der Töner wirklich sehen lassen.

Gerade letzteres sorgt mit seinen vier innen verbauten Breitband-Lautsprechern für einen Raumklang-Effekt, den man Anfangs alles andere als erwartet. Auf der mitgelieferten Fernbedienung können wir die Tonquellen (Bluetooth respektive USB, Aux, Optisch oder HDMI) sowie drei verschiedene Equalizer-Profile wechseln. Hinzu gesellt sich eine Taste zur Aktivierung und Deaktivierung der eingangs erwähnten Dynamore-Funktion.

Ein Druck hierauf richtet den Schall seitlich per entsprechend gerichteter Satelliten auf die Wände des Raumes, welche diesen reflektieren. Funktioniert in der Praxis auch derart gut, dass dies bei Spielen und für Filme durchweg aktiv bleiben darf. In unserem Fall geht bei reinem Musikgenuss leider jedoch die Dynamik flöten, weshalb dann wieder zum Stereo-Modus gegriffen wird.

Unschlagbares Duo

Zu Testzwecken hat uns Teufel die Cinebar One in der Plus-Kombination gestellt. Wie auch in eben jener Kombination erwerbbar, ist der Downfire-Subwoofer CB11SW Bestandteil des Gespanns. Da die Treiber der kleinen Soundbar “lediglich” im Schnitt an die 81dB heranreichen, eine durchaus wohl gesehene Ergänzung. Die Cinebar macht sich alleine zwar einen erstaunlich mächtigen Namen, doch sobald sein Kumpane mit von der Partie ist, können ihnen wenige das Wasser reichen.

Mit seinen 6,5 Zoll feuert der Tieftöner ordentlichen Bass zur Wiedergabe – teilweise derart stark, dass das Musik-Profil gelegentlich wabernde Bass-Übersteuerungen auslöst. Wem das zu viel ist, kann stufenlos auf der Fernbedienung unabhängig der Lautstärke auch den Bass regeln. Andernfalls helfen hier die anderen beiden Equalizer-Einstellungen, oder gar der genügsame Stereomodus ohne Dynamore-Raumklang aus.

Das Koppeln mit der Cinebar One funktioniert, Teufel-typisch, mühelos und schnell: Nur an der Steckdose hängend, lässt sich der Koppelvorgang per Knopfdruck einleiten und ist nach wenigen Sekunden bereits erledigt. Interferenzen sind im Testzeitraum nie aufgetreten, was sich auch mit unseren bisherigen Erfahrungen mit dem deutschen Hersteller deckt.

Kleine Makel

Gerade wenn der Subwoofer hinzugeschalten wird, macht sich im Alltag aber ein anderes, obgleich minimales Problem bemerkbar: Die Wahl der Profile und die Wahl der Anschlussmöglichkeiten. Der Lautsprecher kann quasi alles: analoges 3,5mm Aux per Klinke, USB für den PC mit integrierter, dedizierter Soundkarte (und Updates, tolle Sache!), optisches Coax für gängige Konsolen oder Heimkino-Quellen und ein HDMI-Eingang für ganz besonders exotische Lösungen.

Je nach gewähltem Übertragungsweg steuert die Cinebar One den Downfire-Subwoofer – nach unserem Empfinden – unterschiedlich stark an. Dies führt dazu, dass wir beim Wechseln der Tonquelle gerne mal Bass und/oder die Ton-Presets nachjustieren. Dabei ist wenig hilfreich, dass man sich grundsätzlich zwischen den drei gegebenen Profilen entscheiden muss und es keine Standard-Einstellung gibt. Ein verschwindend kleines, obgleich vorhandenes Problem.

Fazit

Wer auf seinem Schreibtisch nicht viel Platz hat, oder ihn für die nächsten Angeber-Fotos auf /r/battlestations nicht hergeben will, dürfte von der Cinebar One durchaus begeistert sein. Für die physischen Maße feuert uns der Lautsprecher ordentlichen Klang entgegen. Selbst ohne zusätzlichen Verstärker, welcher Teil des One+ Sets ist, kann sich das Klangbild und vor allem auch die Leistung wirklich sehen lassen. Selbst die tiefen Ebenen der Akustik deckt die Cinebar One selbstständig erstaunlich kräftig ab.

Mit zugeschaltetem Downfire-Subwoofer entfesselt die Tonleiste ihre ganze Kraft und insbesondere der innovative, hauseigene Dynamore-Modus für simulierten Raumklang per Stereo-Verbreiterung begeistert durch die Bank. Um so eher schmerzen die, wenn auch kleinen Macken und Kanten: Es gibt drei Audio-Presets – die Wahl ist verpflichtend, ein ausgewogenes Standard-Profil existiert nicht. Auch übertreibt es der Tieftöner gerne mal bei aktiviertem Raumklang, was gerade bei Musik spürbar wird. Generell bringt der Wechsel der Quellen gerne mal Feinanpassungen mit sich.

Im Großen und Ganzen ist die Cinebar One und generell das Cinebar One + Set mal wieder ein großartiges Set aus Berlin: Großteils breites Tonspektrum, klare Dynamik (von Fall zu Fall) und unfassbar Power, die einen für diese Größe und den durchaus nachvollziehbaren Preis begeistern kann.


Herzlichen Dank an Lautsprecher Teufel für die freundliche Bereitstellung des Musterexemplars!

Teufel Cinebar One+

349,99€
8.2

Technik

9.0/10

Verarbeitung

8.0/10

Umfang

7.5/10

Positiv

  • Dynamore Ultra Stereo-Verbreiterung
  • komfortable Fernbedienung
  • viele Anschlussmöglichkeiten
  • Subwooferkonnektivität via Bluetooth

Negativ

  • Equalizer-Presets Pflicht
  • Tieftöner übersteuert gelegentlich
  • Keine benutzerdefinierten Soundprofile

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