Test: Sharkoon SKILLER SGD1

Die Gaming-Sparte wuchs in den letzten Jahren um ein Vielfaches – so ist es alles andere als verwunderlich, dass sich Dinge wie Gaming-Stühle und Co über immer größerer Beliebtheit freuen. Doch wie steht es um Gaming-Tische und vor allem: Welcher deutsche Hersteller bietet entsprechendes Mobiliar an?

Ich habe in diesem Kontext in den letzten Wochen den SKILLER SGD1 aus dem Hause Sharkoon genauer angesehen.

Robuste Schwärze auf 140 x 70 cm

Die abgeflachten Kanten werten die robuste Tischplatte enorm auf.

Neben der ursprünglichen Ausführung des SKILLER SGD1 in blau, erschien vor wenigen Wochen die Variante in schwarz. Diese kommt mit einer markanten, an den Seiten abgeflachten Tischplatte in foliertem Schwarz, mit einer rauen Oberfläche daher.

Die Tischplatte liegt fest verschraubt auf einem Y-Gerüst mit Verzierungen im firmentypischen Sharkoon-Stil.  An der Unterseite befindet sich eine Metallhalterung, welche für Kabel in zwei verschiedenen Richtungen angebracht werden kann.

Das Gesamtpaket bringt stolze 28,5 kg auf die Waage und ist ein einem sehr schmalen Karton mit viel Styropor verpackt, das die Elemente beim Transport vor Beschädigungen schützt.

Das Hauptaugenmerk des Pakets gilt der hochwertigen Tischplatte aus stabilen jedoch dünnen Holz. Sie ist kratzest beschichtet, was für die raue Oberfläche sorgt, auf die ich später weiter eingehen werde. Die Form des Tisches bringt eine leichte Aussparung vorne und hinten mit sich und ist an jeder Kante wie eingangs erwähnt schräg abgeflacht.

Markantes Auftreten ohne viel Tohuwabohu

Die SKILLER-Verzierungen auf dem Y-Gerüst wirken auf den ersten Blick als hätten sie eine Funktion

Zwar gibt die Anleitung vor, den Tisch zu zweit aufzubauen – doch auch allein konnte ich die Montage in sportlichen 40 Minuten über die Bühne bringen. Dabei fiel zum einen die an sich recht simple Konstruktion positiv und die Menge an Schrauben eher negativ auf.

Schon bei der Montage habe ich schnell gemerkt: Der SKILLER SGD1 ist auf so enorm viele Schrauben angewiesen, dass sich eine gewisse Flexibilität beinahe selbst ausschließt. Schade, denn mit einer gewissen Justierbarkeit wird der Gaming-Tisch immerhin auch beworben*. Größere Probleme gab es bei der Montage ansonsten per se nicht.

Als er dann stand, fiel direkt ins Auge, mit welchen Qualitäten Sharkoon hier glänzt: Die Tischplatte wirkt sehr hochwertig und die raue Haptik der Kunststoffbeschichtung tut ihr Übriges dazu. Die Ausbuchtungen sind mit bedacht gewählt und der Tisch kann so auch direkt an die Wand gestellt werden, da Kabel hier hinten bequem zur Halterung geführt werden.

Die Vermutung, dass sich die Verstellbarkeit und Grenzen hält, bestätigte sich dann aber auch schnell: Lediglich die Anordnung der Kabelhalterung, sowie heraus drehbare Fußschrauben an der Unterseite des Y-Gerüsts lassen sich beeinflussen. Alles andere ist stabil und dient höchstens dem Auge; wie etwa die Sharkoon-Zierleisten, die auf dem ersten Blick wirken als dienten sie einer weiteren Funktion.

Alltäglicher Komfort mit Stil

(Knapp) beladen schreit der Tisch förmlich “Gamer!” in die Welt – ohne billig zu wirken

Allen Kritikpunkten zum Trotz zeigte sich nach wenigen Tagen, dass schon allein die abgeflachten Kanten genau die richtige Designentscheidung war. Bei längeren Sitzungen half die Ergonomie im Kontrast zu typischen Kanten anderer Tische wirklich sehr und mir gefiel am meisten, wie robust und stabil der ganze Aufbau doch am Ende ist.

Leider kristallisierten sich im Langzeittest zwei neue Faktoren heraus, die verschwindend gering sind – jedoch in jedem ehrlichen Testbericht Erwähnung finden sollten: Zum einen summiert sich die Anzahl der unter dem Tisch angestauten Kabel und Leisten erfahrungsgemäß recht schnell und die gebotene Kabelverwaltung stößt irgendwann zweifelsohne an ihre Grenzen. Zum anderen sorgt die wirklich sehr raue Beschichtung der Holzplatte dafür, das wirklich jeder noch so kleine Staubkorn an ihr hängen zu bleiben scheint.

Eins ist sicher: Spätestens der SKILLER SGD1 weckt den Putz-Teufel in euch

Wahrlich ein First World Problem , welches sich mit regelmäßigen Putzaktionen aus der Welt schaffen lässt – doch sich hier macht einem die nicht leicht zu reinigende Beschichtung gerne einen (kleinen) Strich durch die Rechnung. Gerade auf der matten, tiefschwarzen Oberfläche fallen Schlieren und Staub sehr schnell ins Auge. Wer kein Problem hat, gelegentlich den Putzlappen in die Hand zu nehmen, wird dies aushalten.

Fazit

Der Skiller SGD1 des hessischen Unternehmens stellt einen tollen Gaming-Tisch dar, der sich in Sachen Verarbeitung und auch Preis-Leistungs-Verhältnis stark von der Konkurrenz abgrenzt. Leider kränkelt das Nutzungsgefühl in Sachen Schmutz-Resistenz und Flexibilität, doch optisch und vor allem auch haptisch überzeugt er auf ganze Linie.

Der Tisch wäre fast perfekt – ein SGD1 mit echter Höhenverstellbarkeit hingegen würde mich wunschlos glücklich machen. *Zum Glück lässt sich hier ein Wenig mit den herausdrehbaren Standfüßen bewerkstelligen, ansonsten wäre das sicher eine interessante Idee für den SKILLER SGD2? Dennoch kann ich den Sharkoon SKILLER SGD1 allein schon aufgrund seines vergleichbar geringen Einstiegspreises empfehlen.


Herzlichen Dank an Sharkoon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Sharkoon Skiller SGD1

231,94€
7.9

Verarbeitung

8.5/10

Umfang

7.0/10

Funktionalität

7.0/10

Preis-Leistungs-Verhältnis

9.0/10

Positiv

  • Robuste, haptisch hochwertige Tischplatte
  • Stabiler Aufbau trotz leichtem Y-Gerüst
  • Aussparungen vorne und hinten sind durchdacht
  • Abgeflachte Kanten bei langen Sessions angenehm

Negativ

  • Nicht sehr flexibel
  • Kabelhalterung dürfte größer ausfallen
  • Beschichtung anfällig für Schmutz und Staub

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