Test: Robinson: The Journey (Oculus Rift)

2016, kurz nach Release der PSVR, warf Crytek das VR-Spiel Robinson: The Journey auf dem Markt. Es war bekannt, dass Crytek diesen Titel zeitlich begrenzt exklusiv für die PSVR veröffentlichen würde und somit war dieser vorerst nur für PSVR- Nutzer verfügbar. Nun ist Sonys Exklusiv-Deal zu Ende. Crytek kündigte Dezember 2016 an, dass Robinson: The Journey im Januar 2017 für die Oculus Rift erscheinen sollte. Mit etwas Verspätung konnten Rift- Besitzer ab 9.Februar in den Genuss des Dinoabenteuers kommen. Nachdem dem Erfolg der VR-Demo „Back to Dinasaur Island“ gab Crytek bekannt aus der Demo ein eigenen Titel machen zu wollen. Hierzu bedienten Sie sich der Klettertechnik des vollwertigen Spieles für die Oculus Rift „The Climb“ und verbanden beides zu einen gut funktionierenden Augenschmaus.

Einsam auf einem fremden Planeten

Bei Robinson: The Journey spielt der Spieler Robin, einer von tausenden Passagieren der Esmeralda, ein riesiges Raumschiff, dass auf dem Weg zu einem neuen bewohnbaren Planeten war. Leider stürzte es auf eben diesen Planeten ab, Robin kann in einer Landekapsel landen und  findet sich auf der Planetenoberfläche wieder. Seine einzige Gesellschaft ist eine sogenannte HIGS- Einheit, die ihm hilft auf der unbekannten Oberfläche zu überleben. Gemeinsam machten sie sich aus der Landekapsel ein angenehmes Zuhause. Kurz nachdem er sich etwas eingewöhnt hatte, stößt er auf ein verlassenes Dinosaurier- Nest, in dem gerade ein Dino-Baby schlüpft. Er nimmt dieses auf und nennt es Laika. Ein Jahr später übernimmt der Spieler die Kontrolle.

Die Landekapsel

Es handelt sich bei diesen Titel um eine Art Walking Simulator mit Kletter- und Puzzleeinlagen. Die Idee der Lebewesen der Umgebung wurde von Cryteks VR-Demo „Back to Dinasaur Island“ inspiriert und anscheinend wurde auch das eine oder andere Modell mit übernommen. Im Verlauf des Spiel wird man immer wieder in Situationen kommen, wo Klettern unabdingbar ist. Hier liehen sich die Entwickler die geniale Klettermechanik aus „The Climb“. Allerdings gibt es keine Ausdaueranzeige, die den Schwierigkeitsgrad künstlich erhöhen würde, sondern hier wird der Fokus auf die reine Notwendigkeit der Fortbewegung gelegt.
Robin steht neben seinem ständigen Begleiter, der AI-Einheit HIGS, ein Multifunktionstool zur Verfügung. Dieses ermöglicht ihm Gegenstände hochzuheben, zu drehen und zu werfen. Außerdem kann er auf einen Scannmodus umschalten. Hier muss das Lebewesen oder auch der Gegenstand systematisch abgescannt werden. Es tauchen im zu scannenden Objekt grüne und rote Punkte auf. Mit der Blickrichtung sollen nun die grünen Punkte gesammelt werden, wobei die roten Punkte vermieden werden müssen. Das kann bei größeren Scannobjekten manchmal etwas schwierig werden und muss eventuell öfters probiert werden.

Gescannt möchte viel werden. Allerlei Lebewesen bevölkern den Planeten. Von winzigen Kakerlaken bis hin zu riesigen Langhälsen soll alles in die Bibliothek aufgenommen werden. Diese kann natürlich eingesehen werden und man sieht neben einem animierten 3D-Modell sämtliche Informationen über das gescannte Objekt. Das Auge erfreut auch die teilweise wirklich erstaunliche Aussicht. An einigen Stellen im Spiel gibt es kilometerweite Landschaften zu genießen. Nirgends wird man langweilige Texturen und einfallslose Bereiche sehen. Der Detailgrad kann kaum höher sein. Das Gefühl tatsächlich sich auf dem fremden Planeten zu befinden wird nur durch die wirklich langsame Fortbewegungsgeschwindigkeit gestört.

Viel zu entdecken

Nachdem der Vorspann abgelaufen ist und Laika in Robins Leben geschlüpft ist, findet sich der Spieler in der Fluchtkapsel wieder. Hier fällt sofort die Liebe zum Detail auf, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel zieht. Die Überzeugung, dass hier tatsächlich seit Längeren jemand lebt, lässt nicht lange auf sich warten. Nachdem die Fluchtkapsel verlassen wird, überwältigt ein unglaublicher Ausblick. Hat man sich daran satt gesehen hat, wird man von HIGS dazu gedrängt die Stromversorgung des Bereichs um die Fluchtkapsel wieder herzustellen. Hier kommt der Spieler gleich dazu die nützliche Fähigkeit von HIGS auszuprobieren. Es muss via Puzzleeinlage Stromleitungen richtig geschaltet werden, so dass an den verschiedenen Verbrauchern die richtige Spannung ankommt. Dazu wird in eine Miniaturansicht der Umgebung gezoomt. Das sieht ebenfalls sehr eindrucksvoll aus. Bei genauerer Betrachtung wird dem einen oder anderen auffallen, dass es in der Nähe der Fluchtkapsel mehrere Minispiele zu finden gibt: XXO, Basketballwerfen und Verstecken mit Laika.

Die Farm

Laika braucht bei der Fluchtkapsel etwas mehr Zuwendung. Ist das erledigt, geht es weiter zur Farm. Die Liebe zum Detail setzt sich weiter fort. Es muss ebenfalls ein Stromproblem gelöst werden und der Spieler kommt dabei auf einen Hügel bei dem es wieder ein eindrucksvollen Ausblick zu genießen gibt. Außerdem gibt es hier ein Baumhaus, das auch besucht werden möchte. Von dort aus kann mittels Kabel in angenehmer Geschwindigkeit wieder auf den Boden gegleitet werden. Eine erste defekte HIGS-Einheit wird entdeckt, die es zu scannen gilt. Diese muss allerdings erst einmal aus den Fängen von beflügelten Dinosauriern befreit werden, was eine Mischung aus Klettern und Rätseln erfordert. Nachdem das erledigt ist, erfährt Robin zum ersten Mal etwas näheres über den Absturz der Esmeralda. HIGS stellt fest, dass sich in der Umgebung noch weitere defekte HIGS-Einheiten befinden und somit ist die Aufgabe des Spielers diese zu finden.

Unglaublich detailreich

Nachdem der Spieler durch den Bereich Farm gezogen ist, geht es zurück. Nun kann sich zwischen Dschungel und Sumpf entschieden werden. In meinen Fall besuchte ich als erstes den Sumpf. In diesem Bereich gibt es eine Herde riesiger Langhälse (ja die Wesen heißen tatsächlich im Spiel so) zu betrachten, mit denen, um an die nötige HIGS-Einheit zu kommen sogar interagiert werden muss. Wirklich farbenfroh ist es im Sumpf nicht, allerdings umso tödlicher. Robin kann nicht springen (wahrscheinlich um Motionsicknes vorzubeugen) und sollte er in den Sumpf fallen, stirbt er und der Spieler muss vom letzten Checkpoint neu starten. Es liegt aber genügend Schrott des abgestürzten Raumschiffs herum, mit dem sich mit Hilfe des Multifunktionstools leicht kleine Brücken erschaffen lassen. Natürlich ist dieser Bereich auch nicht ohne Kletter- und Gleitpassagen.

Der Dschungle

Nun ging es in den Dschungel. Als erstes stolpert der Spieler förmlich über die ersten fleischfressenden Dinosaurier. Zum Glück befindet sie sich außerhalb der Reichweite. Weitergehend stellt man schnell fest: Höhenangst ist an diesem Ort fehl am Platz. Es geht sehr hoch hinauf. Sollte man fallen ist man in jeden Falle tot. Es wartet ein Wirrwarr aus möglichen Wegen und hier gilt tatsächlich Klettern, Klettern, Klettern und eine Menge an Lianen herab gleiten. Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass ich des Öfteren wegen Bienenstöcken in den Tod gestürzt bin. Diesen kann mit simplen hin und her lehnen ausgewichen werden. Ich wusste das nicht und habe eine Weile gebraucht um darauf zu kommen. Die Dschungelumgebung wird genauso überzeugend an den Mann gebracht wie der Rest des Spieles. Nachdem die HIGS-Einheit gefunden wurde, fällt Robin auf, dass Laika nicht mehr da ist.

Um sie zu finden bricht Robin zur Fluchtkapsel auf. Dort geht es nach einigen Umwegen in den nächsten und letzten Bereich des Spiels: Das Wrack der Esmeralda. Die Größe des Wracks ist wirklich erstaunlich und glaubhaft vermittelt. Es muss sehr weit nach unten geklettert werden um wieder zu Laika zu stoßen. Mit einigen Rätseln muss ein alter, riesiger Projektor in Betrieb genommen werden, der dann dem Spieler mit einigen Überraschungen aufwartet.

Zusammenfassend kann ich zu Robinson: The Journey folgendes sagen: Es wartet ein leider kurzes aber sehr eindrucksvolles Abenteuer auf den HMD-Besitzer. Man kann das Spiel innerhalb von 3 Stunden durchspielen, doch wenn man sich Zeit lässt und sich darauf konzentriert alle Lebewesen zu scannen, kann die Spielzeit die 5 Stundenmarke sprengen. Für den VR- Veteranen gibt es in den Spieleoptionen Lokomotioneneinstellungen, die zum Beispiel die Geschwindigkeitseinschränkung, die von der vertikalen Blickrichtung abhängig ist ausschalten lassen. Außerdem kann zwischen schrittweiser und flüßiger horizontaler Kamerabewegung umgeschalten werden. Zudem können Grafik-, Schatten-, und Auflösungsdetails an das jeweilige System angepasst werden. Die großartigen Umgebungen und die schon erwähnte riesige Liebe zum Detail, sowie die eindrucksvollen Dinosaurier und einzelnen zu entdeckenden Lebewesen, machen das Stöbern durch die einzelnen Bereiche zu einem Augenschmaus. Außerdem ist die Vertonung des Abenteuers genauso überzeugend gelungen wie der visuelle Teil. Die gut funktionierende Klettermechanik rundet das Ganze noch ab. Wer viel Abwechslung und hohen Wiederspielwert erwartet, wird mit Robinson: The Journey leider enttäuscht werden.

Mein Fazit…

…ist, dass Robinson: The Journey das wahrscheinlich bestaussehende VR-Spiel ist, dass bisher auf dem Markt gekommen ist. Leider ist mal abgesehen vom Entdecken und Scannen nicht wirklich viel zu tun. Die grandiose Klettermechanik ist clever ins Spiel gebracht, wodurch die Lokomotion im Spiel natürlicher anfühlt. Motionsicknesempfindliche Spieler werden die Spielrationen erst kürzer halten müssen. Für 39,99€ bezahlt man hier nicht nur die zu kurz geratene Spielzeit, sondern vor allem das Erlebnis in einer solch überzeugenden Welt eintauchen zu können. Audio-visuell kann kaum etwas besseres erwartet werden. Damit empfehle ich trotz kurzer Spielzeit diesen Titel.


Vielen Dank an Delasocial für die Bereitstellung des Testmusters!

Robinson: The Journey

39,99
Robinson: The Journey
6.2

Audiovisuelle Qualität

10/10

    Inhalt

    8/10

      VR-Komfort

      8/10

        Umfang

        3/10

          Wiederspielbarkeit

          3/10

            Positiv

            • Unglaublich detailreich
            • Überzeugende virtuelle Welt
            • Tolle Vertonung

            Negativ

            • Zu kurze Spiellänge
            • kaum Wiederspielreiz

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