Test: Razer ManO’War

Kabellose Headsets waren stets ein ungeliebter Balanceakt zwischen Funktionalität, Nutzungsdauer und Komfort. Je mehr Features, desto mehr Gewicht, desto kürzer die Akkulaufzeit, etc. Das muss nicht sein; dachte man sich beim kalifornischen Peripherie-Hersteller Razer und entwickelte daraufhin den wunderbaren Mix aus allen Welten: Das ManO’War.

Der neue Meister im Leichtgewicht

Bei Razers neustem Meisterwerk aus der hauseigenen Headsetschmiede ist vor allem eines ganz besonders: es ist besonders leicht. Und mit leicht meinen wir sehr leicht! Mit einem Gewicht von weniger als 400 Gramm kommt eingangs schnell der Anschein auf, man hätte kein wertiges Produkt in der Hand. Ein Vorurteil, welches das ManO’War schnell aus der Welt schaffen kann. Razer betonte vorweg schon bei der Ankündigung der neuen Lauscher, wie wichtig Ihnen der Komfort des neuen Headsets sei.

ManO'War + BladeViele Vertreter der Kopfhörer-Klasse mit ähnlichen Features wiegen schnell ein halbes Kilo und drücken dementsprechend stark bei längeren Gamingsessions auf Kopf und Ohrmuscheln. Nicht so hier: Bei einem Ohrmuscheldurchmesser von überdurchschnittlichen 60 Milimetern schenkt euch das ManO’War mit seinen besonders weichen (mit Kunstleder überzogenen) Schaumstoffpolstern den Komfort von hochkarätigen Studiokopfhörern.

Wir finden: Selbst nach fünf Stunden Spielzeit fühlt es sich noch immer wie ein fluffiger Marshmallow an. Ohne eventueller Klangverluste oder gar erhöhtem Druck auf die Ohren. Leider leidet das Gesamtkonstrukt zwar unter der leichten Bauweise, fühlt sich somit nicht sehr robust oder wertig an, doch der Effekt verfliegt bei der Nutzung schnell.

Headset-Technik im Detail

Abgesehen von der eingangs erwähnten leichten Bauweise bietet euch das Headset dem (recht hohen Preis) entsprechend doch viele Funktionen und akustische Möglichkeiten, die man als Gesamtpaket bei anderen Herstellern manchmal mühsam sucht. Die Verbindung des kabellosen Giganten wird über einen kleinen 2,4GHz Dongle aufgebaut, welcher sich kinderleicht beim Transport zwischen dem heimischen Keller und der LAN-Party beim Nachbarn in der Ohrmuschel verstauen lässt. Hier ist eigens hierfür eine Einbuchtung vorhanden. Ansonsten lässt sich der Dongle bequem an jedem USB-Anschluss betreiben (ähnlich wie die bekannten Logitech Unified Adapter).

Die Akkuleistung des ManO’War ist überdies tatsächlich sehrManO'War + Blade beachtlich: Der Werbetrommel von 14 Stunden im Non-Stop Betrieb kommt der Akku in Nichts nach und hat uns im Alltag oft überrascht. Hierzu reicht es, das Headset über die USB-Verlängerung anzuschließen. Leider wurde das Laden bei der Verwendung anderer (aber handelsüblicher) microUSB-Kabel verwehrt. Die Verwendung des mitgelieferten Verbindungskabels ist also zwingend notwendig.

Ansonsten wurde nicht gekleckert: Wie bei Razer üblich, lässt sich das Gerät sowohl per Plug&Play als auch mit der zugehörigen Razer Synapse Software verwenden; auf welche wir gleich näher eingehen werden. Erwähnenswert: Das unidirektionale Mikrofon lässt sich bei Bedarf aus der Ohrmuschel ziehen und leuchtet rot auf, wenn wir es per Tastendruck stumm schalten. Wie oft passierte uns doch in der Vergangenheit, dass wir unwissend stumm weiter gesprochen haben? Dies gehört mit dem ManO’War auch der Vergangenheit an.

Nicht jeder oder alles ist perfekt

Wir wollen nicht lange um den heißen Brei herum reden: Razer Synapse. Die Softwareschnittstelle des Herstellers aus Kalifornien liefert viele, nützliche Funktionen – keine Frage! Doch genau so unausgereift ist sie. Abgesehen von hiesigen Problemen unter Windows 10, welche man Razer nicht unbedingt ohne schlechtes Gewissen zuschreiben kann,  hatten wir im Test und auch der Vergangenheit oft Gründe für eine gewisse Hassliebe.

ManO'War + BladeDie Softwareschnittstelle Razer Synapse lässt sich optional installieren und gibt euch die Möglichkeit unter anderem die Farbgebung und das Verhalten der RGB-Beleuchtung des ManO’War sowie aller anderen angeschlossenen Razer Peripherie einzustellen. Auch die Möglichkeit, die Beleuchtung an das Spielgeschehen zu koppeln wird über Synapse gegeben. Leider liegt hier auch schon der Hund begraben:

Nicht immer will die Software was wir wollen, Equilizer-Settings gehen hier und da verloren, die Erkennung ausgeführter Spiele und der von uns zuvor eingerichteten Profile versagt… irgendwann wusste das Headset respektive seine Software nicht mehr, dass wir es schon stundenlang aufgeladen haben und piepte beim Spielen alle paar Sekunden als Warnung. Ein Konfigurieren ist nur über die Software möglich; einen kompletten Reset des Headsets zum Bbeispiel über ein Firmwareupdate, sucht man leider vergebens.

Des Weiteren ist nicht immer ganz klar, an welchen Faktoren das Headset die Lautstärkeumgebung fest macht. Zwei Rädchen sind im Gerät verbaut, welche unabhängig voneinander Spielakustik und Sprachchat regulieren wollen. Oftmals grätscht uns hier die Windows-eigene Lautstärkeregelung rein, was zu einem nicht zufrieden stellenden Ergebnis führt. Eine zudem schwer nachzuvollziehende Konfiguration des virtuellen 7.1-Raumklangs ist hier leider die Kirsche auf der (Software-)Torte.

Fazit

Auch wenn die Tongebung unseres Testberichts gegen Ende hin eher ins Negative abrutscht: Das Razer ManO’War sucht vergeblich seinesgleichen. Die Tonqualität besticht durch ihr klares Klangbild und satten Tiefen. Der virtuelle Raumklang als solches weiß zu überzeugen, obgleich die Einrichtung nicht an den Komfort des Headsets ran kommt. Dieser ist unglaublich: Selbst nach sehr langen Sessions fühlt sich das ManO’War noch immer angenehm sanft an und stört in keinster Weise.

Gut durchdachte Funktionen und die tolle, wenn auch nicht sehr robuste, Bauweise passen wunderbar ins Gesamtbild und ein besseres Headset ohne Kabel findet sich derzeit nur schwer auf dem Markt. Wenn Razer noch an der Software schraubt und eine Firmware ohne Akkuprobleme liefert, sind wir rundum glücklich.


Vielen, herzlichen Dank an Razer für die Bereitstellung des Testexemplars!

Razer ManO'War

199,00
Razer ManO'War
8.25

Technik

9/10

    Verarbeitung

    7/10

      Komfort

      10/10

        Umfang

        8/10

          Positiv

          • Toller Raumklang
          • Unglaublicher Komfort
          • Lange Akkulaufzeit
          • Chroma RGB Beleuchtung

          Negativ

          • Zerbrechliche Bauweise
          • Razer Synapse Probleme

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