Test: Plantronics RIG 800 LX

Der kalifornische Hersteller Plantronics hat eine lange Historie, die sich sogar mit etwaigen Weltraum-Missionen schmücken darf: In Form eines im Helm integrierten Headsets war Plantronics sogar mehr oder minder an den bekannten Worten Neil Armstrongs beteiligt.

Bei unserem Termin auf der diesjährigen gamescom wurden sogar Erfahrungsberichte der NASA zitiert – so wäre das zuverlässigste an Bord der Mondmission das Headset gewesen. Passend also, dass wir nun unter anderem das RIG 800 LX für die Xbox One und den PC testen durften.

Ein kleiner Schritt für einen Menschen…

Das Plantronics RIG 800 LX versprüht an allen Ecken und Enden puren Gamer-Charme: Das moderne Design wirkt auf den ersten Blick in Kombination mit dem verwendeten Material höchst fragil. Doch der Schein trügt, denn das Headset ist durch seine flexible Bauweise biegsam und bricht lange nicht so leicht in zwei.

Ein Gros des Geräts besteht zwar aus Plastik, wirkt dennoch hochwertig: Das mit einem stoffbezogenen Bügel und ebenfalls gepolsterte Ohrmuscheln verbundene Headset lässt sich mit Leichtigkeit auseinander nehmen und nach Belieben zusammen stecken.

Das RIG 800 LX kommt hauptsächlich in schwarz daher, mit silbernen Elementen und Details verziert. An der linken Seite befindet sich ein unidirektionales Flick-to-Mute Mikrofon, dessen Tonqualität für Party Chats durchaus ausreichend ist. Leider ist die eingebaute Monitoring-Funktion bei unserem Testmuster unheimlich leise ausgefallen und ist somit nicht sonderlich zuverlässig.

Bei Streams sollte nach wie vor auf ein externes Mikrofon gewechselt werden; ist hier aber keineswegs eine ernsthafte Anforderung.

…ein großer Schritt für die Menschheit

Die ganz großen Stars des Plantronics RIG 800 LX sind ganz klar Tonqualität, Komfort und der(/die) Funk(/tionalität). Die gemütlichen Ohrpolster sind nur lose an den Tönern befestigt und lassen sich leicht entfernen – um sie beispielsweise zu waschen. Generell sind viele Teile zwar stabil aber doch beweglich, wie auch die Satelliten selbst. Der Kopfbügel wird von einem, mit Stoff gepolsterten, Gummiband begleitet – welcher sich angenehm auf den Kopf schmiegt.

Generell wiegt das RIG 800 LX dank seiner sehr leichten Bauweise gefühlt nichts, was längeren Daddel-Sitzungen durchaus zugute kommt. Am Headset befinden sich Lautstärkeregler, Power-Schalter sowie ein Regler für die Balance zwischen Spiel und Partychat. Des Weiteren findet sich am Hörer eine Taste für vier verschiedene Equilizer-Modi, welche die jeweiligen Spielgenres passend abdecken.

Die Muscheln dröhnen mit Bassreflexrohren gestützten 40mm-Treibern schön ordentlich und präzise: Gerade in Kombination mit dem mitgelieferten Dolby Atmos Voucher kann das Headset mit sattem Sound überzeugen. Die halbgeschlossene Bauweise hält zwar nicht sämtliche Umgebungsgeräusche fern – braucht es jedoch auch nicht, denn die klare Übersetzung von Umgebungsgeräuschen von Spiel und Film, sowie frei regelbaren Voicechats übersteuern zu keinem Zeitpunkt. Dafür sorgen unter anderem passive Resonatoren. Lediglich auf der Systemoberfläche der Xbox One gibt es gelegentlich ein unerwartetes Knistern, was beim Spielen jedoch nicht auftritt. Am Headset

Die von Plantronics verwendete 2,4 GHz Funktechnik hält indes auch was sie verspricht: Das Headset wird an PC und Xbox One lediglich per USB mit einem kleinen Empfänger verbunden. Dieser funktioniert direkt “out of the Box” ohne größere Schwierigkeiten und besitzt für beide Anwendungsgebiete einen leicht zu erreichenden Schalter und für Notfälle eine Pairing-Taste. Leider bringt die kleine Empfängerbox keinen separaten USB-Anschluss mit, um das Headset (wie bei einer Daisy Chain) zusätzlich aufladen zu können – somit benötigt man im Alltag zwei USB-Slots.

Die Reichweite beträgt laut Hersteller um die 10 Meter, übertrumpfte diese in unserem Test jedoch teils bei weitem. Auch die 24 Stunden, welche als Batterielaufzeit angegeben werden sind sehr pessimistisch: Das RIG 800LX überrascht noch nach über 24 Stunden mit genügend Saft für ein paar Runden Forza. Bravo!

Fazit

Mit dem RIG 800 LX Headset macht der kalifornische Hersteller Plantronics eine klare Kampfansage gegen die meist überteuerte Markt-Konkurrenz: Das Headset begeistert mit seiner leichten Bauweise und der hohen Tonqualität. Auch der Funkempfang und die Akkulaufzeit sind keineswegs von schlechten Eltern; konnten im Test sogar die Herstellerangaben toppen. Zwar kann das Mikrofon nicht durch die Bank begeistern, will es aber nicht – dafür macht der Hersteller dies durch einen gratis Voucher für Dolbys Atmos virtuellen Raumklang-Treiber wieder gut.

Angeschlossen wird das Plantronics RIG 800 LX simpel und ohne Probleme per USB an einer Xbox One oder dem PC mit einer kleinen Empfängerbox. Leider bringt diese keine Ladefunktion mit, weshalb zwei dedizierte USB-Ports notwendig sind. Doch im Großen und Ganzen kann das Headset aus Kalifornien durch sein Preisleistungsverhältnis wirklich begeistern und dank des Komforts auch lange getragen werden.


Herzlichen Dank an Zucker.Kommunikation für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

Plantronics RIG 800 LX

169,99
8.5

Technik

9.0/10

Verarbeitung

9.0/10

Umfang

7.5/10

Positiv

  • Leichte Bauweise
  • Hoher Tragekomfort
  • Toll sattes Klangbild
  • Hohe Reichweite und Akkuleistung

Negativ

  • Mikrofon ist akzeptabel
  • Empfänger ohne Ladefunktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.