Test: Nex Machina

Nach Resogun war es lange still um das beliebte Genre der Twinstick-Shooter. Das Playstation-exklusive Spiel heimste enorm gute Kritiken ein, weshalb sich Entwickler Housemarque aus Finnland natürlich nicht nehmen ließ, einen weiteren Hit aus dem Boden zu stampfen. Nex Machina erblickte nun das Licht der Welt und warum es das Genre neu belebt, lest hier nun.

Wie früher, nur besser

Ganz im Sinne des Twinstick-Genres lässt sich das neue Spiel ziemlich simpel auf seine wenigen Features herunter brechen: Wir kämpfen uns Welle um Welle, Raum um Raum, durch Horden von Gegnern. Wahlweise allein oder zu zweit gilt es so hartnäckig wie möglich am Leben zu bleiben.

Etwas, das durch das unfassbare fluide Gameplay und die fetzigen Retro-Beats (aus der Feder Ari Pulkkinens) schneller ins Blut geht als Pepsi MaXX. Hört selbst:

Die Handlung des Spiels gibt nicht viel her; wir wissen nur: In einer dystopischen Zukunft müssen gigantische Massen von wütenden Maschinen aufgehalten werden. Das wars – ehrlich! Doch all das spielt sich so gut und unterhaltsam, dass man sich wieder in seine Kindheit zurück katapultiert fühlt.

Nur noch die eine Runde, nur noch ein Versuch, nur noch die letzten drei Credits aufbrauchen. Es entsteht ein ungeheurer Spielfluss, wie man ihn in den letzten Jahren schmerzlich vermisst hatte.

Umfang? Nun..

Eine inhaltliche Bestie ist Nex Machina dagegen wahrlich nicht: Nach sieben Welten mit jeweils 15-20 Räumen ist bereits Schluss. Das klingt nun vermutlich nach wenig, doch der Weg ist das Ziel: Neben der immer weiter steigenden Herausforderung gibt es Leaderboards in allen Formen und Farben.

Zusätzlich können durch das Spielen eines Arena-Modus‘ Coins erspielt werden, die massig, kosmetische Optionen freischalten. Dazu gehören beispielsweise auch Avatare für das Profil, womit in den Leaderboards angegeben wird. Generell formt sich die Langzeitmotivation eher – wie schon bei Resogun – aus dem Drang immer besser zu werden, ggf. ohne zu sterben gewinnen, etc. Schade – kann man jedoch nicht verübeln.

Das Spiel lässt sich natürlich nativ sehr gut mit dem einem Controller nach Wahl (wir empfehlen den Xbox One oder PS4 Controller!) aber auch per Maus und Tastatur bedienen. Ich habe mich selbst gewundert: Selbst mit dem alten PCMasterRace-Eingabegespann lässt sich Nex Machina angenehm genießen. Viele Optionen für benutzerdefinierte Tasten bzw Layouts helfen ansonsten aus.

Hier gibts ordentlich was aufs Auge!

Ihr seht schon: Das Spiel strotzt nur so vor Partikeleffekten und Grafikspielereien. Nex Machina ist wahrlich ein Augenschmauß. Viele Details gehen vermutlich im Getümmel auf Dauer verloren; doch ich persönlich kann mich gar nicht satt sehen.

Die Gegnervielfalt trägt hierzu übrigens einiges bei: Alle Kontrahenten verfügen über individuelle Angriffstaktiken und Effekte. Während wir immer und immer wieder sterben, lernen wir den hochauflösenden Laserstrahlen und anderen Todbringern auszuweichen.

Hierbei läuft das Spiel übrigens durch die Bank wirklich astrein und lässt keinen Grund zur Kritik: Auf dem PC werden selbst exotische Seitenverhältnisse wie 21:9 oder hohe Hertz-Raten wunderbar unterstützt. Auch auf der Playstation 4 bietet Nex Machina konstant 60 Bilder pro Sekunde – sowohl in 1080p als auch 4k. WOW – so muss das sein!

Fazit

Nex Machina schriebt ein gänzlich neues Kapitel für das Genre der Twinstick-Shooter: Eine akustisch, sowie visuell mehr als hochwertigere Actionorgie habe ich schon lange nicht mehr gespielt. Das Spiel lässt einem nicht sonderlich viel Zeit für Erklärungen; die es nicht braucht. Dem simplen Design geschuldet bietet Nex Machina leider keinen sonderlich großen Umfang: Ein Arcademodus und ein Arena-Modus müssen reichen.

Für Kurzweil zwischendurch wunderbar; viele dürften allein die Leaderboards jedoch nicht sonderlich lange im Geschehen halten. Hier helfen lokale Koop-Modi sowie ein schon fast beängstigend anspornender Soundtrack aus. Mehr wäre ohne Frage drin gewesen; nichtsdestotrotz ist Nex Machina definitiv DER Twinstick-Shooter der letzten Jahre. Die tolle technische Umsetzung auf allen Plattformen rundet das Gesamtbild angenehm ab.


Herzlichen Dank an Plan of Attack an die Bereitstellung des Testmusters!

Nex Machina

Nex Machina
8.375

Audiovisuelle Qualität

10/10

    Inhalt / Umfang

    7/10

      Gameplay

      10/10

        Geschichte

        7/10

          Positiv

          • Audiovisueller Augenschmauß
          • Angenehm knackig
          • Suchtspirale Leaderboard
          • Vorbildliche Optimierung

          Negativ

          • Wenig Modi
          • Kaum Langzeitmotivation

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