Test: Marble Land

Mit Marble Madness wurde vor Jahrzehnten ein Verkaufsschlager hinsichtlich digitaler “Murmelspiele” auf den Markt geworfen. Die richtige Justierung der Pfade führte die Kugel ins richtige Tor und somit uns zum Sieg. Was damals schon gut funktionierte und zeitgleich recht entspannend war, entpuppt sich als neuer VR-Ableger als ähnlicher Erfolg:

Simple Herausforderung

Mit stets wachsendem Schwierigkeitsgrad, versuchen wir in der virtuellen Realität auf einem Modell-Spielfeld (idealerweise zentral vor uns platziert) verschiedene Weichen und Portale so zu justieren, damit die Plasmakugel sicher von A nach B gelangt.

Hierbei liegt der Fokus des Entwicklerstudios Devious Technologies auf ein detailliertes Modell und ruhiges, auf Präzision und Überlegung ausgelegtes Spielprinzip.

Marble Land kommt mit hochauflösenden Karten daher, die von Mission zu Mission mehr Lösungs-Möglichkeiten daher kommen. Was anfangs noch recht eintönig und simpel wirkt, entpuppt sich nach und nach zur angenehm herausfordernden Denkaufgabe. Zeitdruck entsteht hierbei nie: Das Gameplay passt sich stets an euren Fähigkeiten an, einen Highscore oder Timer gibt es nicht. Schlicht das Lösen immer umfangreichere Murmel-Puzzles steht hier im Mittelpunkt.

Angenehm und zeitlos

Im Zeitalter der Achievements, Ranglisten und hektischen VR-Shootern wirkt Marble Land wie eine selige Offenbarung: Der ruhige Spielstil und der Wegfall von Erfolgs- und Zeitdruck hebt das Spiel von unzählig vielen Titeln der VR-Landschaft ab und macht es zu einer angenehmen Abwechslung.

Im Zuge der Rezension habe ich zwei Dutzend Level “gelöst” und dabei gut knapp zwei Stunden in der virtuellen Realität verbracht. Man vergisst schnell die Zeit und die ruhige Atmosphäre trägt ihr übriges bei.

Leider ändert sich fernab der frei rotierbaren Modelllandschaft vor unseren Augen nicht viel: Die kunstvolle Umgebung um den Spieler herum bleibt stets statisch und obgleich zeitlos, wäre hier sicher noch viel machbar. Auch ein Level-Editor würde einiges zur Langzeitmotivation beitragen; gerade in Kombination mit dem Steam Workshop dürfte dies viele Spieler locken und die Spielzeit noch einmal strecken.

Größter Vorteil, der sich zwangsläufig zwar aus dem Gameplay ergibt und doch hoch angerechnet werden muss: Der VR-Komfort. Mangels artificial Motion und wegen der freien Skalierbarkeit ist das Spiel mitunter das derzeit angenehmste Erlebnis für die Oculus Rift oder HTC Vive.

Fazit

Im Vergleich zu den unzähligen VR-Titeln bei Steam und auf Oculus Home, die oft hektisches Herumspringen und gewissen Zeitdruck mit sich bringen, ist Marble Land eine willkommene Entspannungstherapie. Der Umfang ist überschaubar, hält dennoch lange am Ball (got it?).

Eine Workshop-Integration mit einem Level-Editor und eine weniger statische Umgebung hätten das Spiel zwar deutlich aufgewertet, doch das Setting und physikbasierte Gameplay ist im VR-Sektor dezent unverbraucht, weswegen Marble Land anonsten alles richtig macht.

Marble Land

14,99€
7.1

Audiovisuelle Qualität

7.0/10

Inhalt / Umfang

5.5/10

Gameplay

7.0/10

VR-Komfort

9.0/10

Positiv

  • Visuell beeindruckend
  • Physik-basierte Kindheitserinnerungen
  • Entspannend, ruhiges Gameplay

Negativ

  • Kein Level-Editor
  • Ansichtssteuerung teils unschlüssig
  • Szenerie leider sehr statisch

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