Test: Fnatic Gear Duel

Ein Headset, das allen Wünschen entspricht gibt es nicht. Das wissen wir alle – und doch sind wir stets auf der Suche nach einem neuen Bügel für unseren Kopf, das auch ein Gaming-Taugliches Mikrofon mit sich bringt. Der Spagat zwischen QUalität und Modularität war schon immer problematisch. Das eSports Team Fnatic will mit dem Duel aus seiner Gear-Produktreihe alle Wünsche abdecken.

Welch ein Lieferumfang!

Aiaiai*, welch ein Umfang!“ könnte die erste Reaktion beim Auspacken des Duel Headsets sein: Sauber in unterschiedlichen, vakuum-verpackten Beuteln mit der Aufschrift des Inhalts kommt der Kopfhörer daher. Man fühlt sich beim Auspacken wie ein Astronaut, der sein Mittagessen vorbereitet: Ganze 10 Tüten sind zu öffnen um das Modulare Headset zusammen abuen zu können. Was auf den ersten Blick wahrlich einzigartig und recht cool wirkt, ist in meinen Augen jedoch eine unnötige Umweltbelastung. Mit einfachen Stoffbeuteln oder herkömmlicher Verpackung durch Schaumstoff wäre ich von der gelieferten Qualität nicht minder begeistert.

*Die Modularität und vielen einzelnen Teile kommen nicht von ungefähr: Die Kopfhörer stammen ursprünglich vom dänischen Spezialisten AIAIAI, welcher den Alleinstellungsmerkmal der totalen Flexibilität mit bringt. Team Fnatic hat für das Duel Headset in Zusammenarbeit mit FUNC und AIAIAI die für Gaming besten Komponenten raus gesucht und mit einem Rebranding versehen. Kann man mal machen; gibt es andernorts auch oft zu sehen. Am Ende zählt, ob das Versprechen der Spieletauglichkeit eingehalten werden kann.

Oh my, so comfy

Ich rede nicht um den heißen Brei herum, sondern komme ausnahmsweise direkt zum Punkt: Das Fnatic Gear Duel ist insbesondere mit seinen großen, weichen Aufsätzen unfassbar bequem. Wie eingangs erwähnt kommt das schmucke Stück Technik mit mehreren Teilen daher – dazu gehören auch je zwei verschiedene Ohrpolster: Zwei in OnEar- und zwei in OverEar-Manier. Letztere sind meine Lieblingsaufsätze geworden.

Die OnEar-Polster sind vornehmlich für den Musikgenuss unterwegs geeignet und haben sich im intensiven Test in 15.000 Metern Höhe auf dem Weg von Basel nach Kreta gut bewährt. Das Headset, beziehungsweise in diesem Fall Kopfhörer ist bequem genug um auch nicht Brillenträgern wie mir auf Dauer Kopfschmerzen zu bereiten und dennoch so robust, dass man ohne Angst sie schnell vor dem Boarding in den Rucksack stopfen kann.

Die OverEar-Polster sind unfassbar bequem: Ganz wie aus frischen Marshmallows liegt das Duel auf und sorgt auch auf lange Frist nicht für Ohrenschmerzen oder unangenehmen Druck. Leider ist das Material der Polster nicht gerade sehr atmungsaktiv, was gerade bei sommerlichen Temperaturen für einen kleinen Hitzestau sorgt. Alles in Allem sind diese Aufsätze jedoch meine persönliche Präferenz, was das Headset anbelangt: Bequem, leicht und ein Großteil der Störgeräusche werden draußen gehalten.

Der Bügel lässt sich übrigens mit befriedigendem „Klick!“-Geräusch in verschiedenen Größenstufen anpassen. Auf diese Weise lässt sich das Headset überdies auch nach bedarf komplett auseinander nehmen, um es so in seinen Einzelteilen zu verstauen.

„Hörst du mich?“

Der Grund, weshalb zum Headset statt Kopfhörer gegriffen wird, ist offensichtlich: Die Kommunikation im Online-Gaming oder per Skype und Co. Das Konzept des AIAIAI-Bügels, das in „Duel“ umgetauft wurde, ist simpel: Bin ich unterwegs, nutze ich das schlichte Kabel mit integrierter Mediensteuerung (die übrigens gut funktioniert). Am Rechner oder der Spielekonsole wird das Zweiwege-Kabel angesteckt, an dem das Schwanenhals-Mikrofon angebracht ist.

Das zu Beginn mitgelieferte Mikrofon konnte in seiner Klangqualität in keinster Weise überzeugen: Rauschen, blecherne Stimmen und mehr machten aus dem Test ein kleines Dilemma. Das eSports-Team Fnatic und AIAIAI versprachen jedoch schon vorweg Besserung: Ein neues Mikrofon sei bereits in Arbeit und alle neuen Revisionen des Headsets würden mit diesem ausgeliefert werden. Und ich muss gestehen: Ich bin überrascht. Es ist keine modulare Offenbarung in dem Sinne, sondern ein solides Boom-Mic. Im direkten Vergleich zu unserem Blue Yeti Studio-Mikrofon sähe das Boom-Mic zwar kein Wasser… es kann jedoch durchaus mit einem Clearcast-Mikrofon mithalten, welches im neusten Steelseries Headset verbaut wird.

Und der Klang?

Nun – wir wissen alle, dass es bei einem Headset nicht in erster Linie um bahnbrechende Klangqualität geht. Und doch schafft AIAIAI hier trotzdem den ingenieurstechnischen Spagat: Höhen und Pitches werden klar und sauber wiedergegeben. Das Headset ist von Haus aus basslastiger als seine Konkurrenz; was im Alltag aber nur bedingt ein Nachteil sein dürfte. Bei gigantischen Explosionen in Spiel und Film werden die Tiefen nicht verzerrt – fühlen sich jedoch stets leicht dumpfer an, als man es von anderen Vertretern der Sparte gewohnt sein dürfte.

Dennoch wird das Großteil der Klangbildes sauber abgespielt; allein bei actionlastigeren Titeln oder etwa der neusten Techno-Playlist von Spotify dürfte jeder automatisch die Lautstärke etwas senken wollen.  Das kann bei Team-basierten Spielen mit viel Wums ein Nachteil sein – das Hantieren mit dem Equalizer wirkt hier jedoch wahre Wunder. Viel mehr gibt es hier auch gar nicht zu berichten, denn das Headset kommt ganz ohne digitalem Surround oder sonstigem Schnickschnack daher. Schlichtes, gut übersetztes Stereo mit knackigem Frequenzbereich.

Fazit

Wer einen Allrounder sucht, ist mit dem Fnatic Gear Duel nicht schlecht beraten. Zwar ist das schmucke Teil „lediglich“ eine bewusste Zusammenstellung von AIAIAIs modularen Headset-Produkten, doch das Gesamtpaket und der Preis stimmen. Die Klangqualität, der Komfort und die Möglichkeit den Lauscher auf jedwede Situation – welche er übrigens wunderbar meistert – anzupassen sind ein klares Alleinstellungsmerkmal. Lediglich das Ursprüngliche Mikrofon enttäuschte auf ganzer Linie – etwas, das der Ersatz gut aushebeln konnte. klaren Abzug gibt es für die umweltunfreundliche Verpackungspolitik und mangelnde Software.

Fnatic Gear Duel

159,99€
Fnatic Gear Duel
7.8

Technik

7/10

Verarbeitung

8/10

Komfort

9/10

Umfang

8/10

Positiv

  • Bequem in jeder Situation
  • Nach Bedarf anpassbar
  • Klare und satte Dynamik
  • Neues Mikrofon überzeugt

Negativ

  • Unfassbar viel, unnötiges Verpackungsmaterial
  • Kaum softwareseitige Möglichkeiten

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