Test: Audioshield

Wir erinnern uns an einen Klassiker: Audiosurf (mit Nachfolger Audiosurf 2). Der Entwickler diesen grandioses Rythmgames, Dylan Fitterer, hat die Grundmechanik dieses Spiels in einen grandiosen VR-Titel umgesetzt. Audioshield.

Aus Alt mach Neu

Audiosurf profitierte von dem genauen Algorithmus, der die Audiospur aus einem Song oder Video analysiert und in ein auf dem Song angepassten Level umwandelt. Dies resultiert pro Song in ein einzigartiges Spielerlebnis, Song für Song. Das gepaart mit Highscorelisten pro Song, Modus und Schwierigkeitsgrad animierte zu endlosen Kämpfen um dem weltbesten Platz für die persönlichen Lieblingssongs. Das Gleiche gilt nun auch für Audioshield.

Effektreiche Action

Der momentan einzigste Modus sieht so aus: Du, ein blaues Schild in der linken und ein oranges in der rechten Hand und eine Horde an Projektile vor dir, die im passenden Takt des von dir frei auswählbaren Songs auf dich runter prasseln. Deine Aufgabe ist es die Projektile mit den Schilden in deinen Händen abzuwehren. Führst du die Schilde zusammen, bilden sie ein violettes Schild. Die Projektile haben die Farben der Schilde, also blau, orange und violett.  Gespielt wird im Stehen und benötigt wird dazu mindestens ein 180°Setup; das gilt natürlich nur für die Oculus Rift. Das Level hat immer genau die Länge des ausgesuchten Songs.

Das Spiel ist ursprünglich für die HTC Vive erschienen, doch der Entwickler hat, kurz nach Veröffentlichung der der Oculus Rift angehörigen Touch Controller, für diese ebenfalls Unterstützung implementiert. Ziemlich zeitgleich ist das Update von Steam VR für die Touch Controller erschienen und räumte zumindest in diesem Fall alle Hürden für ein reibungsloses Spielerlebnis aus dem Weg. Mit meiner Oculus Rift und den Touch Controllern habe ich mich eingehend mit Audioshield befasst. Ich benutzte den experimentellen 360°-Aufbau mit zwei Sensoren. Trackingprobleme hatte ich keine.

Ordnung ist das halbe Leben

Ein übersichtliches Menü ist Gold wert.

Das Hauptmenü wird auf dem Monitor unverzerrt dargestellt, wird aber auch gleichzeitig in der VR-Umgebung auf dem HMD angezeigt und kann normal mit Maus und Tastatur bedient werden. Parallel ist es auch möglich über die Motioncontroller des jeweiligen HMDs Einstellungen vorzunehmen. In dem sehr übersichtlichen Menü sieht man links eine Auflistung verschiedener Listen, wie Song des Tages, beliebt bei Freunden oder zuletzt gespielte Songs. Darunter befinden sich die im PC befindlichen Festplatten. Hier kann auf dem Rechner befindliche Musik zum Spielen benutzt werden. Sollte die hauseigene Medienbibliothek nicht so groß sein, kann per Suchleiste im oberen Teil des Menüs YouTube durchsucht werden. Die Implementierung von  YouTube bringt enorme Vorteile, da der Levelauswahl somit keine Grenzen mehr gesetzt sind.

Ist der gewünschte Song ausgewählt, muss als nächstes die Wahl zwischen 5 verschiedenen Schwierigkeitsgraden getroffen werden: Normal, Harder, Elite und zwei extra Optionen Casual (extra leicht) sowie Hard (mit Erklärung „legacy hard“).  Schließlich muss man sich auf eines von drei Schildtypen festlegen und eine von momentan drei Umgebungen auswählen. Der Entwickler hat im unteren Video ein Mixed Reality Gameplay Trailer veröffentlicht.

Nichts für Bewegungsfaule

Genial ist, dass durch den Algorithmus sogar ruhige Genres des Spielens wert sind. Je nach Schwierigkeitsgrad kann man bei Audioshield ziemlich ins Schwitzen geraten. Die abzuwehrenden Projektile kommen nicht nur stur von vorne, sondern erscheinen auch knapp außerhalb des Sichtfeldes. Das kann zu schnellen Bewegungen und Hektik führen. Durch die haptische Rückgabe an den Controllern, merkt man auch ohne hinzusehen, ob ein Projektil getroffen wurde. Mir ist der Normal-Schwierigkeitsgrad zu leicht, also spiele ich inzwischen auf Harder, habe aber, je nach Song und Musikgenre wirklich zu kämpfen. Wer es noch schwerer mag wird bei den Schwierigkeitsgraden Elite und Hard gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Trotz simpler Grafik sind die Platz- und Splittereffekte der zerstörten Partikel hübsch anzusehen. Die drei Arenen sind nicht sehr detailreich, doch stimmungsvoll eingerichtet. Während gespielt wird, können anwesende Personen auf dem Monitor verfolgen, was der Spielende in VR sieht.

Laut den Leuten, die von mir die Oculus Rift und Touch Controller gezeigt bekommen haben erzeugt Audioshield in keiner Weise Motion Sickness. Auch Personen, die empfindlich auf VR reagieren, können es ohne Probleme spielen.

Ich wurde beim Test neunter (kuraikami)

Nachdem ein Song abgeschlossen ist, wird der Highscore-Bildschirm angezeigt. Auf dem ersten Blick sieht der Spieler, wo er global auf der Highscoreliste steht. Die linke Seite gibt Auskunft über den Aufbau des persönlichen Scores. Dieser besteht aus zwei Hauptteilen: Dem „Technical Score“, der aus der Trefferquote berechnet wird und der „Artistic Expression“, des künstlerischen Ausdrucks, der aus den physikalischen Aktivität und Härte der Schläge, mit der die Projektile abgewehrt werden, berechnet. Leider wird nirgends erklärt wie genau die einzelnen Werte entstehen.

Danach geht es zurück ins Hauptmenü und man kann den nächsten Song auswählen. Das war im Moment auch schon der ganze Umfang des Spiels.

Fazit

Audioshield ist ein kurzweiliges Rhythmusspiel, dass immer wieder zu längeren Sitzungen einlädt. Es funktioniert mit der HTC Vive und der Oculus Rift. Durch Steam VR gibt es keine Barrieren zwischen den beiden Systemen. Leider gibt es nur einen Spielmodus. Ob, wie bei Audiosurf 2, Modunterstützung und damit weitere Spielmodi implementiert werden, ist nicht bekannt.

Die knalligen Farben und Effekte sind angenehm durch das HMD anzusehen und das Menü ist in VR und 2D auf dem Monitor übersichtlich und simpel gehalten. Der unverzerrte Spiegelbildschirm am Monitor darf bei VR-Spielen nicht mehr fehlen und hier besteht Audioshield mit Glanz. Das Menü lässt sich in VR und 2D parallel bedienen.

Durch das stehende Spielen und der immer sichtbaren Controller wird Motion Sicknes erfolgreich verhindert.

Wer eine HTC Vive oder Oculus Rift mit Touch sein Eigen nennen darf, sollte diesem Schmuckstück auf jeden Fall ein Chance geben.

Audio Shield

19,99€
Audio Shield
82

Audiovisuelle Qualität

10/10

    Inhalt

    7/10

      VR-Komfort

      9/10

        Umfang

        5/10

          Wiederspielbarkeit

          10/10

            Positiv

            • Leicht zu Lernen, schwer zu Meistern
            • Tolle Partikeleffekte
            • Gute Vertonung
            • Online-Highscores pro Song
            • Wiederspielbarkeit

            Negativ

            • Nur ein Spielmodus

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