Test: AntLion ModMic Wireless

Wer kennt es nicht: In dem VR-Headset ist zwar ein Mikrofon in den meisten Fällen integriert – doch ein Wechsel der Mikrofone, in beispielsweise Discord ist nervig und umständlich. Hinzu kommt, dass u.a. die integrierten Mikrofone der Oculus-Reihe eher bescheidener Natur sind.

Hier eilt AntLion mit dem ModMic Wireless zu Hilfe. Der Gedanke ist jener: Am hochwertigen Studiokopfhörer oder wie in unserem Fall der VR-Brille angebracht, wird das ModMic zum daily Driver mit hoher Aufnahmequalität. Sollte man gerade im Gespräch sein oder grundsätzlich Zusatzsoftware nutzen, kann beim Wechsel in die VR das Mikrofon einfach vom Studiokopfhörer getrennt und an das VR-Headset gesteckt werden. Ganz ohne die Notwendigkeit Einstellungen in Discord, wie etwa die Audioquellen wechseln zu müssen.

Klein aber oho

Das ModMic Wireless kommt mit einem länglichen Stoff-Etui und allerlei Zubehör daher: Neben dem USB-Empfänger und MicroUSB-Ladekabel finden sich zwei kleine, selbstklebende Neodymium-Magneten, ein Primer-Tuch und zwei zusätzliche M3-Klebepads, falls die Magneten wiederverwendet werden wollen.

Die Magneten sind recht klein und gezackt, damit das ModMic mit seinem ebenfalls gezackten Gegenstück recht stabil und doch justierbar bleibt. So lässt sich das Mikrofon etwa um jeweils 30 Grad ausrichten.

Nachdem die Magneten an den gewünschten glatten Oberflächen – in diesem Fall der Kopfhörer und die Oculus Rift S – angebracht und das Mikrofon zuvor geladen wurde, kann es losgehen. Im Großen und Ganzen also wie geschaffen für Virtual Reality.

Gleich zu Beginn fällt die Handlichkeit des Mikrofons auf. Es bringt zwei Modi mit, welche sich per Schalter am Mikrofon wählen lassen: Uni- und omnidirektionale Erfassung. Das Hauptelement mit dem Magneten birgt ein LED-Ring mit drei Status-Abschnitten in jeweils blau, rot und gelb. Dazu später mehr. Auch der Mikrofonarm ist recht biegsam, aber trotz allem stabil genug.

Dual-Kapsel-Mikrofon

 

1. Richtcharakteristik – Omnidirektional:

 

Frequenzbereich:

20 Hz – 20.000 Hz

Bittiefe:

16 Bit

Samplerate:

48 KHz

2. Richtcharakteristik – Unidirektional:

 

Frequenzbereich:

20 Hz – 20.000 Hz

Bittiefe:

16 Bit

Samplerate:

48 KHz

Anschluss

 

USB-Dongle:

USB 2.0 Typ A

ModMic Wireless:

Micro-USB 2.0

Flexible, durchdachte Technik

Das Mikrofon verbindet sich per aptX Low Latency Codec mit dem USB-Empfänger, welcher überdies neben Windows und Mac auch mit der PlayStation kompatibel ist. Auch der Empfänger hat drei LEDs in den selben Farben wie die des Mikrofons. Diese sind synchron und spiegeln unter anderem Verbindung und Stummschaltung wieder.

Auch die Einrichtung ist denkbar einfach: Ohne irgendwelche dedizierten Treiber wird der USB-Empfänger direkt erkannt und das ModMic Wireless kann als Audioquelle gewählt werden. Die Reichweite hat im Test ebenfalls überzeugt: Zwei Räume weiter konnten mich meine Gesprächspartner klar und fehlerfrei verstehen.

Der Akku des Mikrofons, welcher wie zu erwarten per (mitgeliefertem) Micro-USB-Kabel geladen wird, soll laut Hersteller AntLion etwa 12 Stunden herhalten – was im Testzeitraum auch soweit, mit kleinen Ausnahmen, erreicht wurde.

Die Sprachqualität des AntLion ModMic Wireless kann sich überraschenderweise mit so manch Kondensator-Konkurrenten messen: Die Stimme wird dank des 48 kHz Frequenzgangs klar eingefangen und klingt gerade im unidirektionalen Modus auch nicht blechern. Ich war überrascht, wie gut die Aufnahmequalität letzten Endes ist und habe zuweilen aus Bequemlichkeit sogar meinen Blue Yeticaster links liegen gelassen – ohne dass es jemandem auffiel.

Die Sache mit den LEDs

Ein Punkt bereitet mir dennoch regelmäßig Kopfschmerzen: Obgleich der Akku mehr als ausdauernd ist, vergesse ich gern das ModMic aufzuladen. Eigentlich kein Problem, würde mich denn auffallen dass das Mikrofon ausfiel.

Nicht nur einmal habe ich mich ein Paar Minuten lang gewundert, warum mir niemand antwortete. Das Mikrofon fällt ohne großem Tohuwabohu aus – und bis einem das auffällt, kann schon einige Zeit vergehen. Zumindest wenn man sich gerade auf das Spiel konzentriert.

Natürlich kann man den USB-Empfänger einfach im Sichtbereich platzieren, denn so würde die blinkende blaue LED einen darauf aufmerksam machen – doch selbst das geht letzten Endes im Eifer des virtuellen Gefechts gerne unter. Gerade auch in VR ärgerlich. Hier wäre zum Beispiel eine kurzes akustisches Signal ggf. über den Treiber oder Zusatzsoftware denkbar und sinnvoll.

Fazit

Das Antlion ModMic Wireless ist beinahe die perfekte Lösung, an mehreren Endgeräten und insbesondere auch VR-Brillen die gleiche und vor allem hochwertige Aufnahmequelle zu nutzen. Nerviges Umstellen in den Systemeinstellungen oder Auswählen des Mikrofons in beispielsweise OBS entfällt komplett: Einmal umstecken und weiter geht’s.

Gerade in Kombination mit Virtual Reality Brillen, welche meist mit weniger hochwertigen Mikrofonen daher kommen, eine wunderbare Lösung. Leider schrammt das Problem mit der fehlenden, akustischen Benachrichtigung wenn dem Mikrofon der Saft ausgeht, sehr an der Wertung.

Ansonsten kann ich das technische Add-on mehr als empfehlen! Gerade für Virtual Reality Enthusiasten und Streamer, die sich nicht von dem Preis abschrecken lassen, eine mehr als sinnvolle Investition.


Vielen Dank an AntLion für das uns entgegen gebrachte Vertrauen und die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

AntLion ModMic Wireless

129,90€
8.3

Technik

9.5/10

Verarbeitung

8.5/10

Umfang

8.0/10

Preis/Leistung

7.0/10

Positiv

  • Sehr flexible Mikrofonlösung
  • Sprachqualität klar und sauber
  • Wechsel zwischen Audioquellen entfällt
  • Verarbeitung und Zubehör genau richtig

Negativ

  • Bei Batterie-Ausfall kein akustischer Alarm
  • Drei oder vier Magnete wären fein gewesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.