Test: A Chair in a Room(: Greenwater)

Nach einigen Wochen Krankheit ist es wieder Zeit für ein Testbericht. Wir bitten um Entschuldigung für die Verzögerung und präsentieren euch das mit weitem Abstand intensivste und traumatisierendste Erlebnis auf (beziehungsweise vielmehr in) der HTC Vive: „A Chair in a Room: Greenwater“ von Ryan Bousfield.

Kaltes zittern lässt mich erstarren, während mir der Schweiß förmlich an der Vive vorbei über das Gesicht rinnt. Habe ich das gerade wirklich gesehen? Und was, wenn alles nur Einbildung ist? Was, wenn der Protagonist einfach seine Finger von Tabletten lassen sollte? Ganz egal; erstmal muss eine Verschnaufpause her. Denn – wie ihr im nachfolgenden Bericht lest – fordert A Chair in a Room: Greenwater einem einfach alles ab.

AChairInARoom-office-image„Please take your pills“

A Chair in a Room: Greenwater erzählt – wie der vorhergehende Abschnitt des Berichts bereits vermuten lässt – von einem Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt. So wirkt es zu Beginn zumindest, denn das Spiel bietet eine dezente Auswahl an verschiedenen, düsteren Schauplätzen. Oft werden wir aufgefordert, unsere Tabletten ein zu nehmen, nur um es danach zu bereuen; manchmal müssen wir aber auch einfach nur herausfinden, wie man in den nächsten Raum gelangt.

ACiaR:Greenwater ist hierbei mit spannenden Rätseln gespickt, die uns nach und nach immer tiefer in die Atmosphäre des Grauens saugt. Das Spiel ist an keiner Stelle unlösbar, doch die knackigeren Rätsel unseres Grusel-Ausflugs halten einen gerne mal einige Minuten auf Trab und laden in den düsteren Ecken unserer Erinnerungen zum Verweilen ein.

„Enjoy is a loose term!“

Der Trip nach Greenwater ist keines Wegs etwas für sensible Herzen, denn es bringt nichts sich auf reine Jumpscares (wie wir sie bei anderen Vertretern des Genres oftmals antreffen) vorzubereiten.

Nicht selten wird lange eine grausige Atmosphäre aufgebaut, die uns stellenweise die Nackenhaare zu Berge stehen lässt – nur um uns dann lachend ins Gesicht zu spucken und manchmal entgeistert einfach nur noch die Augen schließen zu lassen. Denn mit der Vive auf dem Gesicht gibt es kein Entrinnen.ryan_quote

Ryan Bousfield, Schöpfer des Ausflugs in die Tiefen unserer ureigenen Ängste, genießt es förmlich mit unseren Gefühlen zu spielen. Wie man sieht.

Das Spiel mit Licht und Schatten.. und Roomscale

Grafisch bietet A Chair in a Room: Greenwater solide Durchschnittskost. Atemberaubenden Einsatz von Shader-Spielereien dürft ihr im Grusel-Abenteuer nicht erwarten. Das Braucht es auch nicht; denn das Spiel mit Licht und Schatten kommt auch ganz ohne Hochglanz-Effekte und 4k-Texturen aus (wie in der Vergangenheit schon Slenderman oder Vertreter der SCP-Reihe beweisen konnten).

Die Umgebungen sind hierbei jedoch derart solide in SzeneA Chair in a Room Bible.1920x1080 gesetzt, dass wir das Grauen förmlich, an der nächsten Ecke wartend, spüren können. Hierbei wird geschickt eine Reihe von Tricks aneinander gekettet um so unter Anderem unerträgliche Klaustrophobie oder gar Angst vor dem Unbekannten in einem Auszulösen. Eine begeisternde Technik, die sich im Spiel immer wieder zur Schau stellt, ist das bewusste Nutzen eures Roomscale-Bereichs.

Ohne jegliches Teleportieren positioniert euch A Chair in a Room: Greenwater während Ladesequenzen stets da, wo es euch haben will. Wände im Spiel sind so idealerweise auch echte Wände und nachdem ihr durch eine Tür gegangen seid, dreht sich der Raum um 180°… eine Immersion entsteht, die das Grauen nur noch weiter verstärkt. Bravo!

Fazit

A Chair in a Room: Greenwater hat uns eiskalt erwischt. Wir haben uns extra eine Samstagnacht für den Trip nach Greenwater frei geschaufelt und uns nichts ahnend in die düsteren Gefilde einer Irrenanstalt gestürzt. Wer hätte geahnt, was uns da erwarten würde? Das Spiel hat großes Potential, ein Horror-Klassiker im VR-Gebiet zu werden. Was früher Silent Hill und Co waren, ist heute Ryan Bousfields VR-Meisterwerk.

Grafisch eher mittlerer Durchschnitt, bewegt uns die grandiose Akustik und Atmosphäre durch ein grauenvolles Erlebnis mit einer spannenden Geschichte rund um einen Insassen der Greenwater Häftlingsanstalt. Wer wissen will, wie die Zukunft des Virtual Reality Horrors aussieht, sollte sofort zugreifen. Erst vor wenigen Tagen kam sogar eine kostenlose, additionale Minikampagne dazu!

Doch seid gewarnt: Vor den Verbrechen der Vergangenheit gibt es, insbesondere in der Vive, kein Entrinnen!

A Chair in a Room: Greenwater

22,99€
A Chair in a Room: Greenwater
8

Audiovisuelle Qualität

8/10

Inhalt / Handlung

9/10

VR-Komfort

10/10

Umfang

6/10

Positiv

  • Unglaubliche Immersion
  • Perfektes Roomscaling
  • Erstklassiger Vive-Horror

Negativ

  • Kurz geraten
  • Gelegentliche Glitches

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