Meine Enttäuschung 2016 – Timo

Ursprünglich wollte ich mich meinem Vorredner Tim in gewisser Weise anschließen – zumindest was seine Einleitung zur Enttäuschung 2016 betrifft: Bis vor kurzem war No Man’s Sky aus dem Hause Hello Games meine ganz persönliche Niete dieses Jahr. Da sich dies jedoch negierte (hierzu die Tage mehr!), hier mein vermutlich höchst überraschender Ersatz: Halo 5 Forge für den PC.

Warum, Microsoft? Warum nicht ganze Sachen, sondern nur halbe? Wer will auf dem Rechner bitte Karten für euren oppulenten Konsolen-Shooter basteln, wenn er sie nicht in ganzer Glorie mit seinen Freunden spielen kann? Nun gut – was das letzte anbelangt, ist meine Aussage nur eine Halbwahrheit: Denn selbstgebaute Karten lassen sich im PC-Port des Karteneditors „Forge“ zu Halo 5 Guardians nämlich tatsächlich ausprobieren. Doch der Haken lässt nicht auf sich warten und löst prompt Kopfschütteln aus.

Wie der Name bereits andeutet, dient der im September auf den heimischen (Windows 10) Rechnern gelandete Forge-Modus des fünften Master Chief Ablegers lediglich der Entwicklung eigener, benutzerdefinierter Karten. Diese lassen sich auch alleine oder mit Freunden in einer Custom-Lobby testen – doch das wars. Kein (mittlerweile doch leider) genretypisches Matchmaking, kein grundsätzliches Mehrspieler-Geplänkel über Internet oder gar Splitscreen. Dabei könnte es so schön sein! Der Schrei nach einer Portierung des stets erfolgreichen und beliebten Mehrspieler-Parts rund um den Master Chief und seiner hippen Spartaner-Gang war seit jeher groß. Doch seit Halo 2 damals unter Windows Vista und dem Zwang von dem unliebsamen Tool namens „Games for Windows Live“ tierisch floppte, war es still.

Ableger für Ableger musste sich der grünliche Supersoldat mit Microsofts Heimkonsole zufrieden geben. Jetzt, da der Forge-Editor (aus dem Windows Store zu beziehen) beweist, dass Halo (5) auf dem kraftvollen Computer durchaus und sauber laufen kann, sollte man meinen wäre es ein leichtes, ein funktionierendes Matchmaking und die paar verbleibenden Megabyte an Mehrspieler-Komponenten nachzuliefern. Doch aus lizenztechnischen und Xbox-zwänglichen Gründen verzichtet der Entwickler aus Redmond hierauf.

Natürlich – die Community lässt sich nicht selbst im Stich und prompt entstand eine riesige Community, die mittlerweile tausende benutzerdefinierter Lobbies auf dem Rechner hostet um unter Absprache auf Discord doch noch „zum Schuss zu kommen“. Doch eine elegante Lösung sieht völlig anders aus.

Generell liegt hier meines Erachtens nach ordentlich Schotter auf der Straße, das eigentlich nur darauf wartet aufgehoben zu werden. Wieso Microsoft sich so hinsichtlich Fanservices rühmen lässt, wo man doch in letzter Zeit versucht war zu betonen wie wichtig einem die Spielerschaft auf den heimischen Rechnern doch ist; ich verstehe es schlicht nicht.

Als enthusiastischer Halo-Jünger seit dem 30. September 2003 kann ich selbst nur untermalen, wie enttäuscht ich von der Portierung letzten Endes tatsächlich bin. Ich bezweifle stark, dass eine gänzliche Portierung des Mehrspieler-Modus‘ in irgendeiner Form an technischen Blockaden scheitert. Dabei wollen wir doch nicht einmal eine Cross-Play Funktion. Lasst mich doch bitte einfach nach Feierabend gemütlich gegen Freunde und den Rest der Welt antreten – ohne auf die Kreativität der Community und technische Umwege zurück greifen zu müssen. Ich hätte sogar gezahlt; und viele andere sicher auch.

Ergänzung: Hier wird von 343 Industries ein Custom Game Browser für 2017 angekündigt – somit verlagert man externe Absprachen immerhin in das Spiel und macht Gefummel per Discord und Co obsolet. Doch das in dem Hauptspiel genutzte Matchmaking fällt noch immer weg. Wir halten euch auf dem Laufenden, sollte sich daran etwas ändern.

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