Meine Enttäuschung 2016 – Tim

In einem Jahr, in dem fast jeder coole Promi,der einem lieb war, gestorben ist, sollte es eigentlich einfach sein eine Liste mit Sachen zu finden, die einen persönlich enttäuscht haben. Doch als Ich mich hingesetzt habe, um mir zu überlegen was denn nun alles passiert ist… kam nichts. Eines kann man glaube ich direkt vorweg sagen: Nach dem phänomenalen Jahr 2015 ist es unmöglich, dass 2016 besser war. Es gab viele gute Spiele dieses Jahr aber natürlich auch einige Enttäuschungen.

Mafia 3 und No Mans Sky werden wahrscheinlich viele jetzt auf den Lippen haben. Und ich gebe den Leuten recht. Besonders bei Mafia 3 hatte ich geglaubt, dass es gut werden kann. Die Entwickler haben es doch vorher schon bewiesen! No Mans Sky… ich bin eigentlich keiner von diesen Typen aber: Ich habe es geahnt. Schon zu oft kam es vor, dass vor Release viel versprochen und wenig gezeigt wurde. Molyneux’ großes Rätselspiel mit einer Box der Pandora. Duke Nukem Forever, das ausser ein paar Trailer nichts zeigen wollte. Jedes Mal, wenn ein Entwickler über Jahre lang den Himmel auf Erden verspricht, ohne einem die Wolken zeigen zu wollen, geht bei mir eine kleine Alarmleuchte an (salût, Mr. Molyneux).

Doch eines gab es, was mich wirklich enttäuscht hat. Und das kommt aus dem Hause HTC und Valve.

Nein,nein.. Es ist nicht die HTC Vive. Das VR Headset ist super und das Gefühl ist einfach unbeschreiblich! Vielmehr ist es alles drum herum. Zwischen Mai und Juni wurden langsam Stimmen von Kunden laut, dass sie Probleme mit dem HTC Customer Support haben. Falls mal eine Brille kaputt war, oder es Schwierigkeiten gab, so war man laut diesen Stimmen ziemlich aufgeschmissen. Der Customer Support war so arrangiert, dass Kunden in Warteschlangenschleifen gesteckt wurden. Sie wurden von Abteilung zu Abteilung weitergereicht, ohne dass es irgendetwas gebracht hat. Die wildesten Fixes für Probleme wurden vorgeschlagen (neue Kabel kaufen, mehrere PCs probieren, die auch am besten alle die Performance für die Vive aufbringen können). Ein frustrierter Youtuber und Kunde hat es sogar irgendwann nur dadurch geschafft einen Ersatz zu bekommen, indem er seinen Frust auf Twitter freien Lauf gelassen hat und so die Aufmerksamkeit von Daniel O‘Brien, dem HTC Vice President of VR, auf sich gezogen hat. Dieser konnte im Anschluss für Aufklärung sorgen und das Problem beseitigen.

Unter Kaufmännern gibt es einen Spruch. Frustrierte Kunden sagen es 10 Freunden, begeisterte Kunden sagen es 3.

VR als ganzes ist momentan ein absolutes Nischenprodukt. Nicht viele Menschen haben das Geld für ein VR Headset, einen leistungsstarken Rechner und natürlich oben drauf auch noch die Spiele. Kurz nach der ersten Welle im Sommer sind die Verkaufszahlen von VR Headsets eingebrochen. Wie gut ist ein miserabler Kundensupport als Werbung für potenzielle Käufer? Ich persönlich finde, dass man gerade am Anfang seine Käufer ganz besonders gut behandeln sollte. Die effektivste Werbung ist die direkte Empfehlung eines Freundes. Und während das Headset und die Erfahrung an sich da natürlich stark Punkten können, so sollte das der Kundensupport auch machen. Denn im Endeffekt kauft man sich ein neues, nicht etabliertes Stück Technik zu einem Zeitpunkt, an dem es am teuersten ist und man faktisch den wenigsten Nutzen daraus ziehen kann. Die Zahl an guten Spielen werden zwar mehr aber für mich gibt es immer noch nicht DIE Killerapp, die den Verkauf der Technologie vorantreibt.

Und da kommen wir zum Zweiten im Bunde. Valve hat unglaublich talentierte Menschen an seinen Schreibtischen. Das Team rund um Half life, Team Fortress und Dota 2 weiß genau wie man ein gutes Spiel macht und die Firma war von Anfang an einer der größten Unterstützer für VR. Umso verwirrender finde ich es, dass Valve abgesehen von The Lab noch kein wirkliches Spiel auf dem Markt hat, welches den Leuten zeigt wie es geht. Nintendo hat es damals mit dem 3DS vorgemacht. Wenn man den Kunden und vor allem auch anderen Entwicklern mit einem eigenen Titel erstmal begreiflich macht, was alles möglich ist, dann läuft die Sache! Ich will jetzt natürlich nicht sagen, wir bräuchten ein Half Life 3 in vollem VR, welches absolut perfekt läuft und alle vom Hocker haut aber….Valve? 🙂

Alles in allem hoffe ich, dass HTC 2017 die Support Sache besser im Griff hat, und wir sehr bald die ersten Killerapps sehen. Denn wenn ich eins nicht möchte, dann ist es unser geliebtes VR frühzeitig zu beerdigen.

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