Kolumne: Try before Fly – Virtual Reality zur Reiseberatung

Immer mehr Branchen entdecken die Vorzüge von VR für sich, so auch die Tourismusindustrie. Reisen, Hotels, Kreuzfahrtschiffe oder Destinationen lassen sich vorab schwer testen.

Um Kunden eine bessere Idee davon zu geben was sie erwartet, bieten immer mehr Reiseveranstalter und Destinationen 360° Aufnahmen, welche mit VR Brillen betrachtet werden können. Die 360 ° Bilder und Videos dienen einerseits als Inspiration, andererseits soll aber auch das von den Kunden wahrgenommene Risiko minimiert werden, da auf den Aufnahmen nichts „versteckt“ werden kann und somit ein authentisches Bild gezeigt werden kann.

Bereits 2014 hat die Hotelkette Marriott mit der Oculus Rift DK2 und dem „VR-Teleporter“ ihre Gäste auf virtuelle Kurzreisen an Hawaiis Strände oder auf eine Aussichtsplattform des Tower 42 in London geschickt. Um die Immersion zu verstärken, setzte Marriott auf „4D“ Elemente und ergänzte visuelle und auditive Inputs mit sensorischen Elementen. Ventilatoren, Wärmelampen und wackelnde Bodenplatten wurden eingesetzt, um ein realistisches Erlebnis zu ermöglichen. Die Marketinginitiative wurde vor allem entwickelt, um ein jüngeres Publikum anzusprechen.

© Framestone VR Studio

Ähnliche Motive hat auch der Reisekonzern Thomas Cook. Interaktive Wände, Bildschirme und der Einsatz von VR Brillen soll das Erscheinungsbild der Reisebüros positiv verändern und den Kunden ein interaktives Erlebnis ermöglichen.

Anfang 2015 startete Thomas Cook ein Pilotprojekt und bot vier virtuelle Reisen, die mit der Samsung Gear VR im Reisebüro getestet werden konnten, an. Seither hat sich viel getan und mittlerweile wurden bereits mehr als 1.000 Brillen an Thomas Cook Reisebüros verteilt und mehr als 100 Hotels und 15 Destinationen wurden im 360° Modus aufgenommen.

Expedia arbeitet aktuell an einer interaktiven Lösung für die HTC Vive, die es den Kunden auch ermöglichen soll, Türen und Schränke zu öffnen sowie Badezimmer und Balkone zu betreten und zu erkunden. Bisher wurden die Demos nur in diversen Reisebüros von Expedia, zB in Singapur, vorgestellt.

Unternehmen wie diginetmedia oder Virtual Travel Lounge erstellen touristische Inhalte, die Focus Points enthalten und somit eine Navigation erlauben. Des Weiteren ist es dem Reiseberater möglich, auf einem zweiten Bildschirm mit zu verfolgen, wo sich der Kunde befindet und somit die Beratung dementsprechend anzupassen.

Prinzipiell kann gesagt werden, dass die Kunden von den 360° Aufnahmen – egal ob für Hotels, Kreuzfahrtschiffe oder Destinationen – begeistert sind. Jedoch gibt es noch keine genaueren Daten, wie sich das VR Angebot tatsächlich auf das Buchungsverhalten auswirkt. Sobald sich hier etwas ändern, berichten wir euch davon!


Quellen: VRFocus & VR in Tourism

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