Test: Samsung Gear VR

Die VR-Brillen für Smartphones und PC existieren noch nicht lang, begeistern jedoch immer mehr Menschen. Wer sich nun eine VR-Brille kaufen möchte, den plagt oftmals die Frage ob die Technik bereits ausgereift ist und ob es sich jetzt wirklich schon lohnt in diese neue Welt einzutauchen. Diese Frage werden wir heute hier klären.

Wer in die 360 Grad Welt von Samsung eintauchen möchte um seinem Samsung Galaxy eine besondere Note zu geben, der stößt bei seinen Nachforschungen im Netz garantiert auf die Samsung Gear VR. Die von Oculus mitentwickelte VR-Brille gibt dem Nutzer die Möglichkeit in sein eigenes virtuelles Zuhause einzutauchen und zu entdecken. Für 50 bis 60 Euro kann man diese bereits erlangen, wodurch es eine recht günstige Erweiterung für das Smartphone ist.

Der Ersteindruck

Wichtig ist aber natürlich, dass hier ohne das Smartphone nichts geht. Schließlich ist es eine Ergänzung zum sonst bereits rundum gelungenen Samsung Galaxy S6, S6 Edge, S7 oder S7 Edge sowie dem Note5 und Note7. Packt man nun die Gear aus der Packung aus, strahlt einem die Brille förmlich ins Auge. Dabei besteht der Innenraum der Verpackung aus einer Plastform, in welcher die Brille mitsamt Zubehör gelagert ist.

Nimmt man nun die Brille aus dieser Halterung erweist sich auch die Funktionsweise als unkompliziert und leicht verständlich. Die Halterungen für das Smartphone sind schnell entdeckt und auch die Bänder zum Halten am Kopf sind leicht angesetzt sowie angepasst.

Entsprechend kommt einem das zum Vorschein, was man sich von Anfang an erhofft hat, was die Vorfreude zum ausprobieren entsprechend steigert – was wenige Sekunden später auch schon passiert ist. Beim ersten mal anstecken des Smartphones ist dennoch auf etwas was zu achten. Denn es gibt zwei verschiedene Anschlüsse, die in der Verpackung vorhanden sind. Einmal der übliche Micro-USB Anschluss und die USB-Typ C-Halterung. Diese solltet ihr vorher entsprechend austauschen.

Eingetaucht in die Virtuelle Welt zeigt sich die Rundumsicht im Hauptmenü, was liebevoll als Wohnzimmer gestaltet ist. Mit leisem Plätschern von Wasser in Hintergrund und Sitzkissen um einen herum. Man fühlt sich sofort wohl, nach wenigen Minuten kann man sogar vergessen haben was als letztes vor einem in der echten Welt lag. Die Rundumsicht reagiert sehr präzise auf die Kopfbewegungen und alles macht einen sehr stimmigen, angenehmen Eindruck.

Nutzungsumfang und die Übersicht

Im Hauptmenü entdeckt man nun die üblichen Möglichkeiten, die auch sonst auf dem Smartphone zu finden sind. Zusätzlich dazu die virtuelle Welt von Samsung, wo man beispielsweise Videos und Filme sehen kann. Nebenan das normale Internet, Youtube und der Shop, in welchem man Spiele kaufen oder kostenlos herunterladen, auf Videotheken zugreifen kann und vielem mehr. Um auf die Menüs zuzugreifen muss man nur auf das entsprechende Objekt schauen und anschließend an der rechten Seite der Brille auf die Touch-Fläche klicken. All das erweist sich als sehr unkompliziert und benutzerfreundlich.

Das Home-Menü der Samsung VR

Nun stellt sich die Frage was man machen möchte, denn das Angebot ist seit Einführung der VR-Brillen stets gewachsen. So kann man beispielsweise Verfolgungsjagden betrachten in Videoformat, die mit gutem 3D Effekt überzeugend sind, Meditationsübungen vollführen, die mit wunderschöner Musik die Seele beruhigen oder man geht ins Kino.  Und gerade das Kino ist eine sehr angenehme Erfahrung, denn schaut man sich dort um, so hat man tatsächlich das Verlangen den Kinosessel neben einen berühren zu wollen. Streckt man aber nun die Hand aus, erinnert man sich daran, dass man in einer virtuellen Welt steckt.

Doch bei all dem was man machen kann, fehlt es an Übersicht. Gerade bei den ersten Versuchen Dinge zu entdecken, verirrt man sich gern einmal in Menüs. Verlässt man diese danach, weiß man nicht mehr wo die Funktion versteckt war und muss erneut danach suchen. Das ist sicherlich eine Gewöhnungssache, mit der man am Anfang rechnen und umgehen muss. Dennoch hätte das besser gelöst worden können.

Steuerung und Benutzerfreundlichkeit

Die bedeutenden Steuerelemente

Gesteuert dabei alles mit dem Touchpad an der rechten Seite der Gear. Dort hat man sie Möglichkeit wie mit einer Maus zu klicken und entsprechend in die Menüs und Spiele gelangen und dort zum Beispiel Gegenstände auswählen. An der Oberseite kann man die Schärfe der Gear über ein kleines Rad einstellen. Dort wird die Entfernung der Linse zu den Augen angepasst. Die Lautstärke kann neben dem Touchpad angepasst werden. Das ist wie beim Smartphone über einen + und – Regler möglich.

Alle Tasten die gebraucht werden sind leicht zu finden und alle sehr nah beieinander gelegen, wodurch ein langes Abtasten der Gear nicht erforderlich ist, wenn man eine der Tasten benutzen will. Entsprechend wird die Steuerung, wie weiter oben bereits angemerkt sehr leicht und übersichtlich an den Nutzer herangetragen. Toll, gäbe es nicht diesen einen großen Minuspunkt – Das Smartphone überhitzt, und zwar sehr schnell.

Legt man das S7 oder S7 Edge in die Halterung, so kann man nach 20-30 Minuten eine Pause von mindestens 5 Minuten einplanen. Denn das Handy überhitzt nach dieser Zeit und arbeitet an seinem eigenen Belastungslimit. Im Test wurde es einmal so heiß, dass man es nicht ohne leichte Schmerzen aus der Halterung lösen konnte. Auch wenn es trotz Hitze funktioniert und weiterhin wie gewohnt reagiert, kann das für das Gerät nicht gesund sein. Nach 45 Minuten wurden wir bei jedem Test dank der Notabschaltung wegen Überhitzung bei der Benutzung unterbrochen. Sehr unangenehm…

Tragekomfort? Oder unbequeme Angelegenheit?

Die Gear lässt sich dank der Riemen gut an den Kopf anpassen und drückt somit nicht auf der Haut. Die Polsterung passt sich gut dem Gesicht an und bindet nach außen hin gut ab, wodurch kein Licht herein kommt. Nach etwa 40min kam es aber bei einigen Testpersonen (4/13) zu kratzender Haut und leicht roten Flecken, wie wenn man zu lang eine Taucherbrille getragen hat und damit tauchen gegangen ist.

Die Brille an sich ist angenehm leicht und hängt somit nicht als Ballast am Kopf. Nach einigen Minuten kann man sie durchaus auch mal kurz vergessen haben. Dennoch können einem die Augen bei den ersten Probeläufen und Ausprobieren weh tun, wie es im Test bei 6/14 Personen der Fall war. Sie müssen sich erst an die Linsen und das neue Bild vor Augen gewöhnen. Und so plagen einen doch auch mal leichte Kopfschmerzen, die bei wiederholtem und öfteren Benutzen jedoch zeitlich weniger wurden.

Die Grafikqualität

Auch Klassiker sind vertreten

Die Qualität des Bildes ist dem Entwicklungsstand relativ gerecht. Aufgrund der Linsen kann vom Bildschirm nicht die ganze Fläche des Smartphones genutzt werden. Entsprechend hat man auch weniger Bildpunkte zur Verfügung, was dank der Linsen auf jedem Fall bemerkbar wird. Denn man sieht die Bildpunkte vor einem und kann sie beinahe zählen.

Besonders beim ersten Verwenden fällt das auf und kann störend sein. Doch auch daran hat man sich mit der Zeit gewöhnen können.

Oder man schwimmt hinaus in die See…

Die Qualität bei Spielen ist niedlich und erinnert an alte Zeiten sowie frühere PC-Spiele. Über unkomplizierte und nett animierte Figuren kann man sich auf jeden Fall erfreuen. Die Farben sind hell und froh, erinnern an Comics oder Kinderserien. Aber auch die etwas realistischeren Spiele wie Drag-Rennen etc. können mit einer nicht schlechten Grafik überzeugen. Doch man merkt, dass diese Technik in den Kinderschuhen steckt.

In Videos bemerkt man die beinahe HD-Qualität jedoch besonders. Denn hier sind unsere Augen definitiv durch andere Auflösungen verwöhnt worden. Viele Sequenzen und besonders schnelle Kamerabewegungen lassen das Bild (teilweise extrem) unscharf wirken. Und hier kommt die Kampfstärke der Geräte zum Vorschein. Denn das Berechnen des virtuellen Umfeldes scheint besonders bei sehr schnellen Bewegungen unregelmäßig zu hängen.

Fazit

Preis-Leistungsverhältnis

Auf dem Markt ist die VR-Brille aktuell für 60-90 Euro erhältlich und dient damit, wie anfänglich eingeführt, als eine relativ billige Möglichkeit in diese Welt des VR einzutauchen und sich selbst darin auszuprobieren. Doch zeigt der Preis auch in etwa das, was man davon erwarten kann. An die Flaggschiffe der Szene von zum Beispiel Oculus kommen sie nicht heran. Hier ist die Grafikqualität nicht ausreichend um denen das Wasser zu reichen. Doch für den Preis kann die Brille überzeugen.

Der Umfang der Verfügbaren Apps sollte weiterhin vergrößert werden, auch wenn das bisherige Sortiment reicht um sich vergnügen zu können. Somit erhebt sich die Samsung VR-Gear weit über dem Cardboard, bleibt aber dennoch hinter der Oculus-Rift und vergleichbare Brillen positioniert.


Herzlichen Dank an die VarioTrade AG für die Bereitstellung des Testmusters!

Samsung Gear VR

69,00
Samsung Gear VR
6.8

Verarbeitung

8/10

    Technik

    8/10

      Features und Umfang

      6/10

        Komfort

        6/10

          Software

          7/10

            Positiv

            • Gute Verarbeitung
            • Übersichtliche Anbringung der Tasten
            • Kostengünstige Erweiterung für Samsung Geräte
            • Bereits große Auswahl an Apps und Videos

            Negativ

            • Schnelle Hitzeentwicklung
            • Smartphone arbeitet am Leistungslimit
            • Keine Audiobuchse
            • Komfort lässt nach etwa 30min nach

            Schreibe einen Kommentar

            Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.