Elite Dangerous – Wie macht es sich?

Elite Dangerous hat sich bereits nach seinem Release eine gute Position unter den Weltraum-Sims ergattert. Wie steht es 2 Jahre nach dem Release? Hat sich viel verändert? Was hat sich verändert? Wir klären nun alles in einem weiteren Blick zur Version 2.2.

Ein Epos? Oder nur der Schein?

Wir kennen es doch. Es gibt so viele große Open-World-Spiele in unseren Märkten und auf Steam, man kann doch wahrlich dahin schmelzen beim Entdecken und Erforschen ganzer Landschaften, Geschichten und Welten. Auch Elite Dangerous: Horizons ist ein solches Open-World-Spiel, das jede bisherige Dimension jedoch um Weiten sprengt. Denn statt einigen Quadratkilometern, Wäldern oder ganzen Inseln, bietet dieses Spiel eine vollständig animierte Milchstraße mit 400 Milliarden Sternen. Das soll erst mal ein anderer Hersteller nachmachen.

Dabei ist selbstverständlich jedes Sternsystem und bisher auch jeder Planet ohne Atmosphäre betretbar und darf vom Spieler erkundet werden, mit zukünftigen updates wird das auch auf Atmophären-Planeten zutreffen. Man fndet reichlich 10 verschiedene Sternarten, die der Realität sehr gut nachempfunden sind. Von Sternen die der Sonne gleichen, über rote und blaue Riesen bis hin zu Pulsaren und schwarzen Löchern. Alles da, und wunderschön gestaltet. Genau so bei den Planeten ist man nicht sparsam.  Ich hab es mir zwar gespart die Planetentypen zu zählen, und allein das ist aussagekräftig was die Typenanzahl angeht. Von erdähnlich, über steinig und wüstenartig bis hin zu Ammonium-Welten und Gasriesen oder vereisten Monden. Auch hier ist die Vielfalt groß. Planeten ohne Atmosphäre sind seit der Version 2.0 – also dem Horizons-Update – begehbar. Ihr könnt auf diesen Planeten und Monden mit eurem Schiff landen und mithilfe eines SRV auf der Oberfläche herum fahren, Materialien sammeln oder abgestürzte Schiffe erkunden.

Ihr merkt also, allein was den Umfang an Vielfalt der Welt angeht, ist dieses Spiel ein echtes Epos, das in dieser Form bisher nie existierte. Auch No Mans Sky kann dort absolut nicht mithalten. (entschuldigt, >>besonders<< No Mans Sky…)

Doch die Vielfalt der Welten und Sternsysteme ist nicht alles. Eine wichtige Frage bleibt die des Inhalts für das Spielgeschehen und den Spieler. Ist die Welt mit Leben gefüllt oder wirklich nur „leerer Raum“?

Gleich zu Beginn – nein es ist nicht nur leerer Raum. Zum Anfang gab es zwar wahrlich nicht viel, nach ein paar Stunden hat man im bewohnten Bereich der Milchstraße fast alles entdeckt und wusste was es gab. Doch nun, in Version 2.2, braucht man nicht mehr nur ein paar Stunden dazu. Eher Wochen, vielleicht sogar Monate und wir sind noch immer nicht am Ende. Es gibt weitere Pläne, die in der Entwicklung über einige Jahre hin neuen Inhalt ins Spiel bringen werden.

Die Schiffe

Elite Dangerous umfasst nach mehreren Updates nun reichlich ein Dutzend Schiffe. Wobei manche Schiffe unterschiedliche Variationen haben, wie zum Beispiel der normalen Eagle und der imperialen Eagle. Zu Beginn startet dabei jeder Spieler mit einer Sidewinder. Ein recht wendiges, schnelles Schiff, was für den Anfang gut geeignet ist. Danach muss sich der Spieler zunächst entscheiden, in welche Richtung er gehen möchte und was er „beruflich“ machen will – ein gewisses Budget muss als Voraussetzung natürlich eingerechnet sein…

Denn die Schiffe gehen in ihrer Bauart und der damit einhergehenden Funktionsweise weit auseinander. Möchte man Handeln, Erkunden, Kämpfen oder ist man zu faul sich zu entscheiden und nimmt man einen Allrounder, der alles kann aber nichts davon richtig.

Schiffstypen

  • Die Handelsschiffe sind dabei mit der Möglichkeit ausgestattet großen Laderaum einzubauen und somit große Warenmengen durch die Gegend zu fliegen. Doch dafür fehlt Panzerung und Schusskraft, womit sie für ausgerüstete Kampfschiffe leichte Beute sind.
  • Die Erkunderschiffe sind schnell und können mit Überlichtantrieb große Strecken überwinden. Dafür bleiben sie recht träge was die Wendigkeit angeht und besitzen ebenso wenig Panzerung und Schusskraft.
  • Die Kampfschiffe sind wiederum mit enormer Feuerkraft, Panzerung sowie Schilden ausgestattet und dienen vorwiegend dem Kampfeinsatz. Natürlich auf Kosten der Geschwindigkeit, Wendigkeit und Ladekapazität.

Hier im Bild zu sehen ist zum Beispiel die Anaconda, welche für alles geeignet ist und somit ein Schiff für jede Funktion darstellt. Aktuell auch der beeindruckendste Allrounder, mit ca. 300m Länge. Im Hintergrund ist ein T9-Frachter zu sehen, die größte Variante der Handelsschiffe.

Neben der Einteilung des Einsatzgebietes unterscheidet man anschließend noch die Größe der Schiffe, von Small – Medium und Large (S,M,L). Je nach Größe des Schiffes können unterschiedliche Variationen an Ausrüstung installiert werden. Große Handelsschiffe können zum Beispiel mehrere Laderäume mit jeweils 128 Tonnen Kapazität einbauen, kleine Handelsschiffe nur 2, 4 oder 16 Tonnen. Ihr merkt also, allein die Ausrüstung des richtigen Schiffes und die Optimierung seiner Funktion bringt einiges auf, wodurch man selbst hier lange entscheiden und abwägen muss – Was ist für mich und mein Ziel wichtig?

Die Engineers

Doch wir sind noch nicht am Ende was die Ausrüstung anbelangt. Nein, jetzt geht es erst richtig los: Denn es gibt da noch einige verrückte Professoren und Engineers im Universum, die mit abstrakten Ideen jedes Schiff, jede Waffe und jeden Antrieb besonders machen können.

Die Engineers kamen mit dem Update 2.1 von Horizons, und müssen erst gefunden werden, bevor man ihre Dienste in Anspruch nehmen kann. Dazu muss man sie außerdem von sich überzeugen und mit Materialien versorgen, die parallel auch notwendig sind um seine Systeme zu verbessern.

Also geht man auf Planetenoberflächen, an Absturzstellen oder in Kampfgebieten auf die Suche nach Mineralien und Erzen, Materialien, Signalen oder alten Schiffsteilen, Kristallen usw.. Diese Dinge zu finden braucht teils sehr lange, insbesondere wenn man nicht weiß wo man suchen muss. Immerhin liegt ein ganzen Universum vor einem, was durchkämmt werden muss. Verrückt wird es dann, wenn man Alienstrukturen und Artefakte benötigt, um Dinge zu verbessern. Gleich mal von mir – Viel Spaß beim suchen 😉

Wenn man nun die benötigten Dinge gefunden hat, der Engineer von einem überzeugt ist, kann man hochgradige Erweiterungen und Verbesserungen erwerben. Diese erhöhen zum Beispiel die Sprungreichweite des Schiffes, die Schusskraft, Schildstärke oder das Gewicht des Schiffes. Und dort hat jeder seine Vorlieben. Also – auf geht’s zu den Engineers, ihr werdet sicherlich zurechtkommen, nach ein paar Wochen Eingewöhnung…

Fraktionen und „Powerplay“

Neben den Engineers, die einfach „nur“ NPCs darstellen, gibt es natürlich auch andere Charaktere im Spiel, die am Geschehen mitwirken. Dabei muss zuerst in 3 Fraktionen unterteilt werden. Die Föderation, das Imperium und die Allianz. Jede der 3 Supermächte hat verschiedene Ansichten und Ideale und sind somit untereinander durchaus verfeindet, auch wenn offiziell Friedensverträge bestehen.

Zu den großen Supermächten stehen weitere Sub- oder Unterfraktionen, die in Zusammensetzung die großen Mächte bilden. Diese Submächte, welche stets unter der Obhut einer einzelnen Person stehen, sind untereinander wiederum verfeindet und kämpfen um die Vorherrschaft. Daraus entspringt das „Powerplay“, welchem sich die Spieler anschließen können.  Ziel in diesem Powerplay ist es der eigenen Fraktion zu Größe und Macht zu verhelfen und andere Fraktionen zurück zu drängen. Das geschieht, indem man Aufträge erfüllt und bestimmte Dokumente durch die Gegend fliegt, was sich aber eher als nüchtern erweist. Spannung fehlt dort komplett, auch wenn man manchmal aus dem Überlichtantrieb gezogen wird und kämpfen muss.

Die Fraktionen bieten jedoch auch Belohnungen, wenn man längere Zeit in ihrem Dienst steht. So kann man beispielsweise bessere Schilde kaufen oder bekommt allgemein 20% Boni auf alle Kopfgelder. Das unterscheidet sich je nach Fraktion und bringt die meisten Spieler dazu sich einer bestimmten Fraktion anzuschließen. Minuspunkt ist dabei aber, dass man die Fraktion ohne große Strafen wieder verlassen kann, nachdem man sich zum Beispiel den „Prismarin-Shield“ ergattert hat. Dadurch verliert das Powerplay und die Zugehörigkeit zu einer Macht stark an Bedeutung, wodurch allgemein das Powerplay auch nur sehr lasch herüber kommt. Es entsteht kein wirklicher Kampf um die Vorherrschaft, was darin mündet, dass viele Spieler nur aus Lux und Spaß an der Laune mitmachen, um auf Jagd anderer Spieler zu gehen und so die Konfrontation zu suchen.

Multiplayer und Wings

Das Spiel baut auf einem Universum mit Internetverbindung auf. Das endet darin, dass jedes der 400 Milliarden Systeme auf dem Server von Frontier liegt und nicht auf dem PC gespeichert sein muss. Um die Sterne und Planeten jedoch zu laden, muss eine dauerhafte Verbindung zu den Servern garantiert sein, sonst wird man schlicht aus dem Spiel geworfen.

Das bringt den Multiplayer zwangsläufig mit sich. Man kann das Spiel im „Open Play“ spielen, in einer privaten Gruppe mit ausgewählten Freunden oder alleine, jedoch zwangsläufig immer noch mit Internetverbindung. So trifft man im Open Play immer wieder mal auf andere Spieler, was man auf der Radarkarte anhand durchsichtiger statt ausgefüllter „Radarpunkte“ erkennen kann.  Die ausgefüllten Punkte sind dabei die NPC, die es zahlreich gibt. Wer also die Interaktion mit anderen Spielern sucht hat somit generell die Möglichkeit. Doch gerade wenn man normal am Geld verdienen ist, interessiert der Multiplayer recht wenig (außer man ist Pirat) und die Chatfunktion wird ebenso fast nie benutzt. Diese ist hilfreich bei Freunden und Bekannten. Nebenbei gibt es einen Ingame-Voicechat , welcher als Funksystem nett gestaltet ist und entsprechende (Stör-)Geräusche mit sich bringt. Wer darauf verzichten will, kann aber auch gern Discord oder TeamSpeak benutzen.

Die Wings stellen jedoch eine direkte Zusammenarbeit der Spieler dar. Handelt man zusammen in einem Wing, bekommt der Partner (oder die Partnerin) einen Zuschuss an der Station, was teilweise durchaus mehrere hunderttausend Credits sein können. Im Kampf, als Pirat oder Bountyhunter bekommt man ebenso jeweils die Hälfte des Kopfgeldes. Die Zusammenarbeit lohnt sich durchaus, insofern der Mitspieler auch mitmacht. Sonst macht man 50% Verlust…

Interessant wird der Multiplayer in sogenannten Community-Goals. Dort setzt Frontier darauf, dass eine große Ansammlung an Spielern an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Zum Beispiel der Aufbau einer neuen Station, weit entfernt der Heimat /Fall Jaques-Station). Oder militärische Auseinandersetzungen wie bei den Alienartefakten, wo Imperium und Föderation um die Vorherrschaft im Plejades-Sector gekämpft haben und tausende Spieler mitwirkten. Das mündet natürlich in größeren Schlachten. Auch hier gibt es Spieler, die den Fortschritt behindern wollen. Genannt „Griefer“ töten sie andere Spieler und versuchen somit den Erfolg des Community-Goals zu verhindern. Was natürlich in einem Aufschrei der anderen Spieler endet. Schließlich wollen alle anderen friedlich spielen und bauen. Aber naja, ist halt so und im übrigen von Frontier auch so gewollt (Wenn auch die Entwickler sich dazu geäußert haben, indem sie es „schon ein bisschen fies“ nannten…).

Die Technik und Steuerung

Das Spiel baut darauf auf eine Simulation zu sein. Wichtig dazu sind physikalische Hintergründe, welche die Mechaniken im Spiel erklären. So legt Frontier mit David Braben großen Wert auf physikalische und astronomische Korrektheit, was zum Beispiel in der Rotation der Stationen wieder zu erkennen ist. Die Rotation sorgt für die bekannte Corioliskraft. Daher auch der Name für eine der Station – Coriolisstation. Also eine Station, die auf dem Prinzip der künstlichen Gravitationskraft durch Rotation aufbaut.

Auch die Steuerung der Schiffe baut auf einem relativ realistischem System auf. Wobei man wählen kann zwischen einer „unterstützen“ Steuerung und einer „nicht unterstützen“ Steuerung. Die „FSA-off“ Steuerung (ohne Untertsützung) ist die wohl realistischste Variante, denn hier muss der Spieler jeder Kraft eine Gegenkraft gegen setzen, um auf Kurs zu bleiben. Und diese Steuerung zu meistern ist echt schwierig und bedarf viel Übung. Die unterstützte, somit leichtere Flugsteuerung ist leicht zu verstehen, benötigt jedoch auch zu Beginn etwas Übung, um die  Orientierung im 3 dimensionalen Raum zu begreifen und entsprechend sich Orientieren zu können (besonders lustig, wenn man einen Freund mal vor die Aufgabe stellt das Schiff zu steuern. Er darf das Spiel vorher nicht angerührt haben…!)

Der Spieler muss beim Landen ebenso auf Gravitationskräfte achten. Denn diese zerren, insbesondere bei 5G (5fache Erdanziehungskraft) sehr stark am Schiff und können durchaus einen Absturz bedeuten, der auch gern mal das Schiff in 30 Teile zerlegt.  All diese Bestandteile führen zu einem gut funktionierenden System mit physikalischen Hintergründen, welche das Spiel wirklich zu einer Simulation werden lassen. Auch wenn der Überlichtantrieb natürlich auf einer traumhaften Vision aufbaut.

Betreten kann man diese Simulation mit Hilfe der Tastatur oder dem Gamepad. Die Steuerung ist dabei beliebig anpassbar, insbesondere bei der Tastatur und Maus kann man die Steuerung so legen, wie sie einem beliebt. Ratsam sind hier Mäuse mit mehreren Nebentasten, wodurch man zum Beispiel die Galaxie- oder Systemkarte aufrufen kann, ohne erst in die Seitenmenüs im Schiff wechseln zu müssen. Im Bild ist zum Beispiel das rechte Seitenmenü zu finden, in welchem man persönliche Informationen wie den Kontostand oder den Status des Schiffes herausfiltern kann.

Generell sind die Menüs ingame sehr übersichtlich und leicht verständlich. Sie bieten die Informationen schnell und sortiert an, auch wenn man sich zu Beginn erst einmal etwas hindurch winden muss, bis man alles gefunden hat. Aber das macht man in jedem Spiel so. Auch die Menüs in Stationen sind übersichtlich gestaltet. Besonders nach dem Update 2.1 und 2.2 sind sie noch übersichtlicher und eindeutiger geworden, wodurch auch das Umrüsten des Schiffes um einiges leichter geworden ist, was in früheren Versionen im Gegensatz eher bemängelt wurde. Auch hier muss wieder angemerkt werden, dass die Menüs dennoch sehr schlicht sind. Doch dieses schlichte Design passt gut ins Spiel hinein. Wären die Menüs zu vollgestopft oder im Gegenteil leerer und „besser“ gestaltet – was jedoch mehr Untermenüs und mehr Sucherei bedeuten würde – müsste man wohl eher Minuspunkte anhängen. Somit mögen diese Informationsfenster vielleicht nicht jedem gefallen, doch erfüllen sie mehr als sehr gut ihren Zweck, was hier wohl das Wichtigste ist.

So gibt es auch Nachrichtendienste, welche im Vergleich zu den alten Versionen nun mit Bildern gestaltet sind. Dieses Galnet fasst alle Informationen der wichtigsten Geschehnisse zusammen, wobei einige der Beiträge aus der Community kommen. Hier finden alle News zu den Community Goals, neue Entdeckungen oder militärischen Auseinandersetzungen zusammen. Und auch einige versteckte Informationen sind darin enthalten, welche von pfiffigen Köpfchen gern gefunden werden, woraus neue Entdeckungen entstehen. Somit bildet dieses Galnet eine Neuigkeitenbank und gleichzeitig eine Quelle für neue Rätsel für das RPG, das Frontier im Spiel einbaut.

Dieses RPG ist auch der rote Faden, der durch Spiel führt. Von den Alien-Crash-Side, über die gefundenen Ruinen im Guardian Update. All solche Informationen führen die Spieler durchs Spiel, was zumindest teilweise nun Sinn ergibt. Somit wird auch die Motivation der Spieler erzeugt, dazu später jedoch noch etwas mehr.

Spielbar ist Elite mittlerweile auf der Xbox One und zukünftig auch auf der Playstation 4 (wie wir hier berichteten). Dort dient der übliche Controller oder die anschließbaren Bedienungsmöglichkeiten als Steuerung. Neben diesen üblichen Mitteln kommen aber auch Thruster und Joysticks zum Einsatz, welche besonders für Fans der Serie ein Muss sind. Und auch VR-Brillen sind anwendbar, wie die aus dem Hause Oculus oder Vice, was vermutlich sogar für die Playstation VR zutreffen könnte (wie wir hier berichteten).

Im Zusammenhang ist die Steuerung leicht verständlich und gut abänderbar, was in nicht allen anderen Spielen so gut funktioniert. Und auch die Virtuelle Realität bringt viel ins Spiel, vor allem ermöglicht sie das gnadenlose Versinken in dieser fremden Welt aus der Zukunft.

Grafik und Effekte

Das Spiel sieht einfach nur bombastisch aus. Alles fließt ineinander ein und ist grafisch aufeinander abgestimmt. Die Farben im Schiff, die Effekte und all die kleinen Extras, die Frontier eingebaut hat. Zukünftig nur noch von 64bit-Systemen unterstützt, möchte Frontier  weiter aufrüsten. Wer weiß wo das hinführt, wenn es jetzt schon so gut aussieht, aktuell sind noch 32bit-Systeme unterstützt.

Neben den Sonnenuntergängen und Aufgängen auf Planeten, die fallenden Schatten von Steinen und Felsen und den Partikeln, die beim Starten des Schiffes aufsteigen, gibt es auch „Nebel“ in den vielen Asteroidengürteln um Gasriesen herum, wodurch ein ganz neues Feeling und Ambiente entsteht, je nachdem wo man sich aktuell befindet. Und das macht einen großen Teil des Charmes aus, das Elite ausstrahlt.

Stell dir nur vor, du landest auf einem Planeten und vor dir geht die Sonne auf, welche  in etwa die Hälfte des Himmels einnimmt. Oder ein Pulsar, welcher das Zentrum deines Planetensystem ist, mit blau leuchtendem Licht, der gerade am Horizont untergeht. Beides und viel mehr kann man in Elite entdecken, wenn man mit einem Schiff auf Erkundungsflug geht. Bis hin zu den schwarzen Löchern, die direkt nicht sichtbar sind und das Licht verzerren, was sagenhafte Effekte ergibt.

All diese Effekte gestalten das Universum außerhalb des Schiffes und beeindrucken damit, dass es fast keine grafische Bugs gibt.  Wichtig dabei bleibt, dass alles realistisch aussieht und somit die Chance ermöglicht in dieses Universum einzutauchen und zu vergessen, dass es nicht real ist.

Auch die Effekte in Kämpfen, inklusive der Explosionen überzeugen. Allein wenn die Schilde gebrochen sind, das eigene Schiff aus voller Feuerkraft schießt und man keine Kühlkörper mehr hat, wodurch Waffen überladen, Fehlfunktionen im Antrieb entstehen oder ganze Subsysteme ausfallen, bis hin zum Generatorenausfall und den einhergehenden Funken, die aus der Konsole sprühen und kleineren Explosionen am Rumpf (besonders schön zu beobachten an einer Anaconda oder einer Federal Corvett) des Schiffes. Diese Details lassen einen immer wieder kleinere „WOW“-Momente erleben, welche das Spiel um einiges bereichern. Und diese Momente sorgen dafür, dass man auch nach 4 oder 5 Monaten Spielzeit gern zurückgreift auf Elite. Doch sorgt das weiterhin für Langzeitmotivation?

Der Rote Faden?

Der Rote Faden, den viele Tester im Spiel suchen ist nur dann zu finden, wenn man sich tiefer mit dem Spiel beschäftigt. Denn Elite ist nicht wie GTA, wo eine Story anfängt und man paar Infos zur Vergangenheit bekommt. Elite ist kein Minecraft, in welchem es gar keinen roten Faden gibt und auch kein vorgegebenes RPG-Abenteuer oder Actionspiel. Elite ist ein Simulator, der eine ganze Welt, eine ganze Galaxie simuliert und dem Spieler zahlreiche Möglichkeiten bietet sein Leben zu leben. Wichtig ist hier aber wie bereits gesagt, dass sich der Spieler in diese Welt einleben kann und auch muss, um eine entsprechende Motivation zu bekommen und zu halten.

Diese Motivation ist bei vielen Spielern das Ziel, am Ende das „beste“ und größte Schiff zu haben. Wobei das größte Schiff nicht das „Beste“ ist. Genau gesagt, es gibt kein Endziel. Nichts was man wirklich erreichen kann oder was einem zum besten Spieler ingame macht. Es ist ein Endlosspiel, und so bleibt es eben ohne ultimatives Ziel.

Wo ist also die benötigte Motivation, wenn man alles hat, was man wollte? Hier kommt ein wichtiger Fakt, eine wichtige Handlung, die jeder an den Tag legen sollte. Um dieses Spiel zu verstehen, muss man zwischen den Zeilen lesen und auch im Galnet nach Informationen suchen, oder in Facebookgruppen sowie reddit mit der Community diskutieren. Denn dort kommen dann die Dinge zum Vorschein, die Frontier versteckt hat.

Hier zum Beispiel alte Ruinen einer ehemaligen Zivilisation. Was hat das mit den Guardians zu tun? Vielleicht sind sie die Guardians oder deren Überreste? Ein Rätsel…

Das sind zum Beispiel Satelliten, die um einen Planeten kreisen und ein Signal ausstoßen. Dieses Signal kann zum Beispiel binär verschlüsselt sein. Also muss man die Verschlüsselung herausfinden und es entschlüsseln. Daraus ergibt sich zum Beispiel eine Kombination an Planeten, Monden und Sonnen. Danach muss man dann suchen und irgendwo dort, in diesem neuen System findet man ein neues Rätsel.

Das ergibt ein riesiges, zusammenhängendes Rätsel. Was am Ende heraus kommt? Keine Ahnung! Es ist schließlich ungelöst. Und darin steckt die Motivation in diesem Spiel. Es ist kein Actionshooter, nein. Es ist einfach nur ein riesiges Rätsel. Motivation findet also auf Dauer besonders der Spieler, der die Rätsel und Geheimnisse von Elite herausfinden will. Ganz ehrlich angemerkt, die Hinweise sind teilweise echt offensichtlich. Neue Planeten in einem System, das früher nur 9 Planeten hatte. Nun sind dort 20 Planeten, also sollte man mal die neuen 11 Planeten und deren Monde unter die Lupe nehmen, Vielleicht findet sich etwas interessantes. Nur als Beispiel, fiktiv ausgedacht.

Fazit

Elite ergibt nach 2 Jahren der Entwicklung nun in Version 2.2 ein rundes Spiel, das bereits sehr viele Geheimnisse zum entdecken birgt. Neben grafischer Schönheit und physikalischer Korrektheit stellt es einen Simulator dar, den jeder Science-Fiction Fan einmal betrachten und mindestens angetestet haben sollte. Und selbst Leute, die sich bisher nicht damit in Verbindung bringen konnten, sollten einmal vorbei sehen und sich auf ein Abenteuer einlassen. Auch Star Wars-Fans sollten sich diesen Titel nicht entgehen lassen. Näher an ein galaxieweites Imperium wie hier kommt man in keinem Spiel heran…

Wer mit Freunden spielen möchte hat die Möglichkeit regelmäßig im All herum zu fliegen, ohne Menschen abballern zu müssen und sich  mit irgendwelchen Cheats bei anderen Spielern und Hackern rum zu ärgern, denn diese Möglichkeiten bietet Elite nicht.

Alles in allem kann man dieses Spiel also nur weiterempfehlen. Suchtgefahr besteht auf jeden Fall. Wer weiß, vielleicht bist du derjenige, der herausfindet wer die Guardians sind und wo die Thargoids herkommen. Alles steht in den Sternen geschrieben, im wahrsten Sinne des Wortes.

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