AMD rockt die Bühne mit Ryzen – ist Intels Hegemonie zu Ende?

Seit Monaten häuften sich die Gerüchte um AMDs neue Prozessoren. Nach der Bulldozer-Enttäuschung hatte sich AMD auch ordentliche Verbesserungen auf die Fahnen geschrieben – 40% Zuwachs bei IPC (Instructions Per Cycle – Anzahl der in einem Taktzyklus ausführbaren Befehle) waren als Ziel festgeschrieben. Lange Zeit konnten AMDs Prozessoren trotz hoher Taktraten nicht ansatzweise so effizient arbeiten wie die Konkurrenzprodukte von Intel. Dies ist vermutlich die letzte echte Chance für AMD zu beweisen, dass sie gegen Intel bestehen können. Nun enthüllte AMDs CEO Lisa Su endlich die Spezifikationen, Benchmarks und Preise der ersten drei Prozessoren der Ryzen-Familie – und ließ damit eine Bombe platzen. Ohne weitere Umschweife, hier die harten Fakten:

Die Top-Prozessoren von AMD werden also alle achte Kerne haben, 16 Threads verarbeiten, und der teuerste wird gerade mal 500 Dollar kosten. Erhältlich sind sie ab dem 2. März und die Vorbestellungen sind bereits explodiert. Bei Amazon in den Vereinigten Staaten belegen die neuen Prozessoren bereits beste Plätze in den Top 10 und auch der populäre Online-Händler Mindfactory hat die Ryzen Prozessoren sowie das passende Mainboard auf den Spitzenplätzen. Während die beiden X Modelle ähnlich wie Intels K-Serie ohne Kühle verkauft werden, scheint der Ryzen 7 1700 ein stromsparendes Modell mit weniger Übertaktungsmöglichkeiten zu sein und kommt mit dem neuen Wraith Spire Kühler. Was kriegt man aber für den Preis an Leistung? Das ist die eigentliche Bombe – die neuen AMD Prozessoren ziehen gleich oder schlagen ihre Intel Gegenspieler bei weit geringeren Kosten.

Der neue Wraith Spire Kühler

Ryzen 7 1700 positioniert sich gegen Intels i7-7700K und gewinnt mit Pauken und Trompeten. Der Intel hat zwar eine höhere Taktung doch Ryzens zusätzliche Kerne entscheiden dieses Duell ganz klar.

Ryzen 7 1700X kriegt es gleich mit zwei Konkurrenten zu tun: Intels i7 6800K und 6900K. Die für Enthusiasten gedachte X-Variante kann hier mit dem mehr als doppelt so teurem 6900K nicht nur gleichziehen, der AMD Chip führt im Benchmark, wenn auch nur um eine Handbreit.

Der Ryzen 7 1800X schliesslich, das Top-Modell, schlägt Intels Tausend-Dollar-Prozessor um fast zehn Prozent, was durchaus respektabel ist.

Ryzen – was soll das überhaupt heißen?

Die ursprünglich Zen genannte Architektur sollte Balance und Harmonie zwischen unterschiedlichen Aspekten des Designs symbolisieren, und kam auch bei den AMD Fans sehr gut an. Doch wie AMDs Marketingchef John Taylor berichtete, konnte man Zen nicht wirklich als eigenständige Handelsmarke schützen lassen – es gab einfach schon zu viel Zen auf dem Markt. So begab man sich auf die Suche nach funktionierenden, einprägsamen und einzigartigen Alternativen. Eine dieser Ideen war es, das Wort „Horizon“ zu nehmen und die erste Silbe abzutrennen. Rizon sollte für eine Plattform stehen, die uns bis an den nächsten Horizont der Computerleistung bringt. Und so wuchs im Laufe der Entwicklung aus Zen und Rizon eben Ryzen – eine neue Prozessorarchitektur die voller Harmonie ist und den Horizont unserer Hardware erweitern soll.

Inwiefern AMD sich mit Ryzen neu positionieren kann, wird die Zukunft zeigen – am Horizont befindet sich bereits die Gamescom 2017 in Köln, auf der Intel seine neuen Skylake-X Prozessoren vorstellen wird. Dann erst können sinnvolle Vergleiche hinsichtlich Preis und Leistung der kommenden Prozessorgeneration gemacht werden. Auf jeden Fall hat AMD hier sehr gut vorgelegt. Erschwingliche, leistungsfähige Prozessoren können einen bedeutenden Anteil daran haben, VR-Komplettsysteme für eine breitere Masse zugänglich zu machen, die CPU ist neben dem Headset und der Grafikkarte einer der drei teuersten Posten dabei.

 

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